Aussichtspunkt

Die Geheimnisse der Saffenburg in Mayschoß

Blick auf den Burgberg der Saffenburg oberhalb von Mayschoß. Markant sind die uralten Weinbergsterrassen.

Blick auf den Burgberg der Saffenburg oberhalb von Mayschoß. Markant sind die uralten Weinbergsterrassen.

MAYSCHOß. Er wurde am 6. November 1998 gegründet und hatte es sich damals zur Aufgabe gemacht, einen der schönsten Aussichtspunkte im mittleren Ahrtal wieder zugänglich zu machen: Die Rede ist vom Förderverein der Mayschosser Saffenburg.

Nur wenige Aussichtspunkte im mittleren Ahrtal können in der Konkurrenz zum Mayschosser Burgberg mit den Resten der Ruine Saffenburg bestehen. Dass Einheimische und Gäste den von der Ahr umflossenen Felskoloss immer wieder besteigen, aus der Höhe in aller Ruhe den Blick ins geschäftige Ahrtal genießen, ist dem Förderverein Saffenburg zu verdanken. Der kann in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus dem Anlass hat er eine 53 Seiten umfassende, reich bebilderte Broschüre über die Burganlage aus dem 11. Jahrhundert und ihre Geschichte bis in unsere Zeit herausgegeben. Ein Jahr lang hat der Mayschosser Chronist Sebastian Wolfgang Schmitz daran gearbeitet. Bei der Mitgliederversammlung stellte er die Veröffentlichung vor.

Es ist mehr als eine Chronologie der Kurfürsten, Adelsgeschlechter und Kriegsherren, in deren Besitz die Anlage im Laufe der Jahrhunderte kam. Dank Forschungen in Archiven hat Schmitz etwa auch herausgefunden, wie viele Familien wann dort oben wohnten, wie viele Dienstleute zeitweise beschäftigt beziehungsweise stationiert und wie viele Wohn- und Wirtschaftsräume sowie Ställe vorhanden waren. Selbst die Zahl der zur Verfügung stehenden Betten ist aus einigen Jahren belegt. Über Inventarlisten gibt es Kenntnis über das Mobiliar, über den Viehbestand und – wichtig im Ahrtal – die Weinvorräte. Das waren im Jahre 1680 drei Fässer mit 5000, 1200 und 1000 Litern.

Aktuell sind mehrere mit Hilfe von Drohnen erstellte Luftaufnahmen, die die Grundrisse der Anlage erkennbar machen. Sehr schön gleich vorne in der Broschüre eine Luftaufnahme neben einem Grundriss aus der gleichen Perspektive. So können sich Besucher an den spärlichen Mauerresten anhand aktueller Fotos orientieren.

Zurück zum Förderverein: Der wurde am 6. November 1998 gegründet und hatte sich zur Aufgabe gemacht, einen der schönsten Aussichtspunkte im mittleren Ahrtal wieder zugänglich zu machen. Denn nach der völligen Zerstörung der Burg im Jahre 1707 hatte sich die Natur das Areal zurück erobert, die spärlichen Mauerreste überwuchert und weiter verfallen lassen.

Neue Broschüre „Die Saffenburg“

Wegen Steinschlaggefahr war das Gelände in den 1990er Jahren ganz gesperrt. Mit Rudolf Josten als Gründungsvorsitzendem, Hubertus Kunz als Bürgermeister und Rudolf Mies als Vorsitzendem der Winzergenossenschaft vereinigten drei Mayschosser ihre jeweiligen Talente, schlossen Fördertöpfe auf und schafften Geld heran, allein vom Land 668 000 Euro, für das 1,2 Millionen teure Sanierungsprojekt.

Wichtigster Sponsor bei der Schuldentilgung ist die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, die mit der jährlichen Auflage ihrer „Sonderedition Saffenburg“ bis 2017 insgesamt 235.000 Euro zusammengebracht hat. Von jeder verkauften Flasche „Saffenburgwein“ fließt ein Euro an den Verein und damit in die Schuldentilgung, für die jährlich 18.000 Euro fällig sind. Wichtig für den Verein neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden von Privatleuten ist die jährliche Versteigerung der von Rainer Hess künstlerisch gestalteten Original-Etiketten für die „Edition Saffenburg“.

Damit kamen insgesamt 10.000 Euro zusammen. Auch darüber informiert die neue Broschüre unter dem Titel „Die Saffenburg“ von Sebastian Wolfgang Schmitz, herausgegeben vom Förderverein Saffenburg.

Für eine Schutzgebühr von fünf Euro wird sie in den Vinotheken der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr in Altenahr, Mayschoß und Walporzheim angeboten. Man kann die Broschüre auch auf der Mayschosser Schutzhütte des Eifelvereins, der „Akropolis“, erwerben, wie auch auf der Hütte auf der Saffenburg und bei Führungen.