Winzergenossenschaft Mayschoß

Die Ahr kann auch Weiß

Den mit einem Goldenen Preis Extra ausgezeichneten Rivaner präsentierten (v. l.) Matthias Baltes und Rudolf Stodden.

MAYSCHOSS. Eine Überraschung hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Mayschosser Winzern beschert. Bei der jüngsten Prämierung von Top-Weinen aus allen deutschen Anbaugebieten, erkannte die DLG-Jury aus Kellermeistern und Profis einem Weißwein der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr das Prädikat Goldener Preis Extra zu und damit die höchste zu vergebende Auszeichnung.

Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Riesling-Wein, für den die Mayschosser schon öfter hohe Auszeichnungen entgegennehmen durften, sondern um einen Rivaner, Jahrgang 2014, einen Wein aus Müller-Thurgau-Trauben.

"Die Trauben sind um Mayschoß herum gewachsen und waren in keinem besonderen Qualitätsprogramm", berichtete der neue Chef der Genossenschaft, Matthias Baltes, bei der Präsentation über das äußerst unspektakuläre Verfahren.

"Die Winzer haben das Lesegut abgegeben, und wir haben den Wein gemacht." Nach DLG-Kriterien müssen von Weinen, die zur Prämierung angestellt werden, noch 250 Flaschen zum Verkauf zur Verfügung stehen. In Mayschoß sind noch 28.000 Flaschen vorhanden, knapp die Hälfte des gesamten 2014er Jahrgangs.

Und mit 6,10 Euro pro Flasche zeigt sich der Gold-Kandidat äußerst verbraucherfreundlich, Genossenschaftler. 7,2 Prozent Restsäure, 7,9 Prozent Restzucker und zwölf Volumenprozent Alkohol sind weitere Merkmale des Überraschungs-Siegers.

Beeindruckt zeigte sich die Jury von dem "fruchtigen Duft nach Maracuja, Mango und tropischen Früchten", der "feinfruchtigen Säure" und den "eleganten Fruchtnuancen" auf der Zunge. 4,85 von fünf möglichen Punkten erkannte die Experten der Landwirtschafts-Gesellschaft dem Rivaner zu. So konnte die Genossenschaft am gestrigen Donnerstag in bester Laune die ersten Müller-Thurgau-Trauben des Jahrgangs 2015 zur Verarbeitung entgegennehmen.

Die DLG erkennt bei ihren Bundesweinprämierung deutschlandweit nur zehn Weißweinen das begehrte Prädikat zu. Bewertet wird nach einem Punktesystem, das auch die Rebsorte berücksichtigt. "Witzig und schön" findet Kellermeisterin Astrid Rickert das Ergebnis.

Für den Wettbewerb zugelassen werden übrigens nur Weine, die bereits bei einer anderen Prämierung ausgezeichnet worden sind. Für Mayschoß gab's diesmal zusätzlich zum Goldenen Preis Extra sieben Mal das Prädikat "Goldener Preis", so unter anderem für den Spätburgunder Walporzheimer Kräuterberg 2013 und den Pinot Noir 2012.