Kommentar zur Sinziger "Dienstwagenaffäre"

Die Affäre, die keine war

Dienstwagen des Sinziger Bürgermeisters.

Dienstwagen des Sinziger Bürgermeisters.

Sinzig. Was hatte man dem Sinziger Bürgermeister alles vorgeworfen: Kommunalverfassungsrechtliche Vorschriften habe er nicht beachtet, haushaltsrechtliche ebenso nicht. Nun lösen sich die wesentlichen Vorwürfe praktisch in Luft auf.

Kroegers Dienstwagen sei mit allem Komfort ausstaffiert, war unterstellt worden. Die Leasingrate sei unangemessen hoch, und: Er fahre viel zu viel damit rum. Außerdem sei ein Kauf des Wagens billiger gewesen als ihn zu leasen. So entstand die interessante „Dienstwagenaffäre“ des Wolfgang Kroeger.

Bemerkenswert, was sich in diesem Zusammenhang in Internetforen wie dem „Sinzig Blog“ abspielte, der sich Nutzungsregeln auferlegt hat wie: „keine Diskriminierungen, Beleidigungen, Provokationen“. Leider wurden diese „Regelungen“ mehr ignoriert denn respektiert. Das ist schade, denn solche Plattformen können einem sinnvollen Austausch von seriösen Informationen dienen und die Demokratie, die ihre Wurzeln im Lokalen hat, sehr bereichern.

In den vergangenen Monaten musste man leider aber auch andere Erfahrungen machen: Versteckt hinter Pseudonymen wie „Verwaltungsinsider“, „Haushälter“ oder „Statistiker“ wurden merkwürdige Dienstwagen-Berechnungen angestellt, Vorwürfe in die Welt gesetzt, Behauptungen aufgestellt, Urteile gefällt. Traurig.

Dass die Entlastung des Bürgermeisters in Frage stehe, durfte da als Beitrag nicht fehlen. Zum einen bezieht sich die Entlastung eines Bürgermeisters auf ein Haushaltsjahr und das ist noch nicht abgeschlossen, geschweige denn geprüft, zum anderen stand es folgerichtig zu keinem Zeitpunkt in irgendwelchen Gremien überhaupt zu Debatte.

Heute wird Wolfgang Kroeger nach 16-jähriger Amtszeit offiziell vom Stadtrat verabschiedet. Wer ihn kennt, der weiß, mit wieviel Wehmut er geht und wie sehr ihm die Unterstellungen der vergangenen Monate zugesetzt haben.

Dass er nun von den wesentlichen Vorwürfen des Landesrechnungshofes „reingewaschen“ ist, mag ihm ein kleiner Trost sein. Und dem Stadtrat Veranlassung, seinem langjährigen Vorsitzenden zu danken.