Mitgliederversammlung der Union

Deres bleibt CDU-Chef in Sinzig

Franz-Hermann Deres (Mitte) bleibt Vorsitzender der CDU in Sinzig. Einer von zwei Vertretern wurde Hans-Werner Adams (links). Die Mitgliederversammlung leitete Landtagsabgeordneter Guido Ernst. FOTO: GAUSMANN.

Franz-Hermann Deres (Mitte) bleibt Vorsitzender der CDU in Sinzig. Einer von zwei Vertretern wurde Hans-Werner Adams (links). Die Mitgliederversammlung leitete Landtagsabgeordneter Guido Ernst.

SINZIG. Franz-Hermann Deres bleibt Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Sinzig. In einer Kampfabstimmung setzte er sich in einer fast vierstündigen Mitgliederversammlung deutlich gegen Herausforderer Markus Schlagwein durch.

Seit zwei Jahren steht Deres an der Spitze der 175 Mitglieder zählenden Sinziger Union. Im Gegensatz zu Schlagwein zeigte sich Deres trotz parteiinterner Turbulenzen in der Kernstadt mit den Ergebnissen der vergangenen Kommunalwahl zufrieden. Ausgelöst wurden die damaligen Auseinandersetzungen durch einen seinerzeitigen Verstoß gegen das Wahlgeheimnis durch ein Vorstandsmitglied bei der Aufstellung der CDU-Kandidaten. Schlagwein bemängelte, dass der Vorgang keineswegs aufgearbeitet worden, sondern stattdessen eher "unter der Decke gehalten" worden sei. Bei der Sinziger Ortsvorsteherwahl sei die CDU "daher baden gegangen". Schlagwein: "Das ist nicht die CDU, wie ich sie mir vorstelle." Er forderte umfassende Aufklärung über die zurückliegenden Ereignisse.

70 stimmberechtigte Mitglieder waren in das Sinziger Pfarrheim gekommen, in das Deres die Christdemokraten eingeladen hatte. Es sei gelungen, ein gutes und solides Grundsatzprogramm für die Kommunalwahl auf die Beine zu stellen, rief der Vorsitzende in Erinnerung. Gerade in den Sinziger Ortsteilen habe man gute Ergebnisse erzielt. Nicht jedoch in der Kernstadt. Deres: "Dort hatten wir es schwer." Dafür gab es allerdings auch einen triftigen Grund: Bei der im Vorfeld stattgefundenen Kandidatenaufstellung hatte es Unsauberkeiten gegeben, die sich - als Gerücht verselbstständigt - schnell in der Bevölkerung herumgesprochen hatten. Der Sitz des Ortsvorstehers ging der CDU in der Folge verloren. Offiziell hatte der CDU-Vorstand keinerlei Veranlassung gesehen, den Fauxpas des Vorstandsmitgliedes zum Gegenstand allgemeiner Beratungen zu machen.

"Es hat Verfehlungen gegeben. Das ist Fakt", erklärte Markus Schlagwein. Es reiche nicht aus, die Meinung zu vertreten, die CDU sei durch die verloren gegangene Ortsvorsteherwahl schon genügend gestraft worden. Mitglieder und Wähler seien nicht "mitgenommen", sondern mit den Irritationen alleine gelassen worden. Um die CDU neu aufzustellen, werfe er seinen Hut in den Ring und kandidiere für das Amt des ersten Vorsitzenden.

"Wir haben gegensätzliche Auffassungen von Demokratie", meinte Deres in Anspielung darauf, dass Schlagwein mit einer eigenen Vorstandsmannschaft antreten wollte, aus deren Reihen einige erklärt hatten, nur dann für Ämter zur Verfügung zu stehen, wenn bestimmte Personen nicht dem neuen Vorstand angehören würden.

Für eine halbe Stunde wurde schließlich die Öffentlichkeit aus dem Saal gebeten. Hinter verschlossenen Türen wurden die strittigen Vorgänge der Vergangenheit kurz angesprochen. "An eine Personaldebatte hat keiner ein wirkliches Interesse", meinte ein Mitglied nach der nicht-öffentlichen Debatte, der sich dann die Neuwahlen auch schnell anschlossen.

Deres wurde mit 50 Stimmen wiedergewählt, auf Schlagwein entfielen 19 Stimmen. "Wenn ich nicht kandidiert hätte, könnte ich am anderen Morgen nicht mehr in den Spiegel sehen", sagte ein enttäuschter Schlagwein nach seiner Niederlage. Und Wahlsieger Deres meinte: "Politik ist ein schwieriges Geschäft in dieser Zeit."

Stellvertretende Vorsitzende wurden Hans-Werner Adams und Michael Kappl. Neue Beisitzer im Vorstand sind Joachim Aprath, Cora Blechen, Markus Jüris, Karl-Heinz Knops, Daniel Kohzer, Michael Langen, Harald Monschau, Peter Krupp, Kurz Quarz und Florian Ritterath.