Bürgermeisterwahl in Sinzig am 8. Oktober

CDU will starken Endspurt bis zur Stichwahl hinlegen

Kandidat Martin Braun (l.) rechnet sich bei der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober noch Chancen aus.

Kandidat Martin Braun (l.) rechnet sich bei der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober noch Chancen aus.

SINZIG. Kandidat Martin Braun will trotz seiner schwieriger Ausgangsposition kämpfen. Es gibt nicht nur vom ausgeschiedenen Mitbewerber Manfred Ruch eine deutliche Absage an schrille Töne in den Netzwerken.

„Der schrille Ton einiger Kommentatoren in sozialen Netzwerken erschreckt mich sehr. Wer nach hinten tritt, sollte nie vergessen, dabei auch nach vorne zu schauen. Ansonsten wird er seinem Wunschkandidaten keinen guten Dienst erweisen. Denn ein Bürgermeister, allemal ein unabhängiger, braucht für eine erfolgreiche Arbeit, die wir uns alle wünschen, einen guten Draht zum jetzigen Stadtrat und keinen Scherbenhaufen. Sonst kann der Stadtchef recht schnell alleine da stehen.“ – Manfred Ruch, bei der Sinziger Bürgermeisterwahl gescheiterter Kandidat, war es, der diese Worte so manchem kommunalpolitisch Interessierten ins Stammbuch schrieb.

In der Tat hat der Wahlkampf kurz vor der Stichwahl am Sonntag, 8. Oktober, zum Teil unangenehme Züge angenommen. Beschimpfungen und Unterstellungen sind an der Tagesordnung. So wie der aus dem Rennen ausgeschiedene Ruch, rufen auch Bürgermeisterkandidat Martin Braun und die CDU zur Mäßigung auf.

In der jüngsten Mitgliederversammlung der Partei sagte CDU Vorsitzender Franz-Hermann Deres: „Wir agieren nicht anonym in irgendwelchen Blogs, sondern offen und transparent in unseren öffentlichen Versammlungen.“ Allerdings vertraten einige Mitglieder die Meinung, bislang im Gegensatz zur politischen Konkurrenz im Bürgermeisterwahlkampf „zu leise“ gewesen zu sein. „Kübelweise“ sei Dreck über den CDU-Kandidaten Martin Braun und den Stadtverband ausgeschüttet worden. Ex-CDU-Chef Kurt Quarz: „Es wurde in völlig unangemessener Weise auf uns drauf geschlagen.“

"Ruck" muss durch die eigenen Reihen gehen

Die CDU habe all die „verbalen Prügel“ nicht verdient, unterstrich auch Deres. So hatte man beispielsweise der CDU und dem amtierenden Bürgermeister Wolfgang Kroeger immer wieder vorgeworfen, bei der Umgestaltung des Bahnhofes langsam und erfolglos gearbeitet zu haben, es habe Versäumnisse gegeben. Tatsächlich aber – so Deres – habe man im Rathaus alle Hausaufgaben gemacht. Nicht aber das Land. Man warte nämlich immer noch auf dessen Zustimmung zu einem vorzeitigen Baubeginn. Das Fazit: „Wir müssen unsere Arbeit in der Öffentlichkeit besser präsentieren.“

Dass Martin Braun im Vergleich zum unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Andreas Geron – auf den er nun in der Stichwahl trifft – schlecht abgeschnitten hat, beschäftigte die CDU massiv in ihrer Versammlung im Sinziger Schloss. Noch sei nichts verloren. Es müsse nun jedoch ein „Ruck“ durch die eigenen Reihen gehen. Braun: „Wir müssen jetzt noch einmal verstärkt Wahlkampf machen.“

Er selbst räumte ein, „eine schwierige Ausgangsposition“ zu haben. Entscheidend sei nun, „dass wir alle an einem Strang ziehen“. Er stelle sich weiter der Herausforderung und wolle versuchen, die Sinziger Bürger davon zu überzeugen, dass er der bessere Kandidat sei. „Das Rennen ist noch offen“, sagte Braun. Schließlich hätten im ersten Wahlgang fast 55 Prozent Andreas Geron nicht gewählt.

Braun wolle die unterschiedlichen Meinungen zur Gestaltung der Stadt parteiübergreifend zusammenführen, er wolle verbinden und Vorbild für die Mitarbeiter im Rathaus sein. Braun ist sich sicher: „Es muss einen Neuanfang geben.“ Das gelte auch für die Wertschätzung politisch Andersdenkender. „Ich will Versöhnung“, sagte Braun. Und: „Ich will nicht spalten, sondern eine starke Mannschaft zusammenführen.“ Auf einen Dienstwagen wolle er übrigens im Falle seiner Wahl verzichten.