Weinernte an der Ahr

Bundesehrenpreis für Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr

Zufriedene Mienen: Matthias Baltes (von links), Astrid Rickert und Rudolf Stodden.

Zufriedene Mienen: Matthias Baltes (von links), Astrid Rickert und Rudolf Stodden.

MAYSCHOSS. Rundum zufrieden kann die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr in das Jahr ihres 150-jährigen Bestehens gehen. Zudem gab es bei Weinprämierungen auf Bundes- und Landesebene jetzt etliche Auszeichnungen.

Mit rund 1,05 Millionen Liter Erntemenge auf 150 Hektar Rebfläche erreichten die 432 Mitglieder der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr einen Ertrag, „mit dem man aus Sicht der Gegebenheiten mit Frost im Frühjahr und viel Regen im Sommer zufrieden sein muss“, so Baltes. Die anfänglichen Schätzungen von Ausfällen bis zu 40 Prozent traten nicht ein, schlussendlich waren es 15 Prozent. „Am Ende hat von Qualität und Quantität alles gepasst, was wir für den Verkauf bis ins Spitzensegment hinein brauchen“, so Stodden. Die Lese begann am 17. August extrem früh. Auch der Abschluss am 12. Oktober nach 35 Lesetagen war so früh wie noch nie.

„Die Lese war beschwerlich, weil in den Wingerten eine sehr genaue Selektion der Trauben erfolgen musste. Viele Weinberge wurden ein- bis zweimal durchgelesen, bevor sie abgeerntet werden konnten“, erklärte Rickert. Die Spitzenwerte beim Spätburgunder lagen bei bis zu 103, beim Riesling bis zu 100 Grad Öchsle. 0,5 Hektar haben die Genossen im Laacher Berg und im Mönchberg für Eiswein stehen lassen.

„Sollte es nicht frieren, holen wir ihn vorher für eine edelsüße Auslese rein“, betonte Stodden. „Die Frühburgundertrauben haben sich schwergetan. Vögel und Wildschweine wollten sich drüber her machen, daher mussten wir noch früher ernten“, so die Weinexpertin Rickert. So entstand einmalig ein trockener Weißherbst, der schon im Verkauf ist, künftig will man ihn jedoch zum Rotwein ausbauen.

Bundesehrenpreis in Stuttgart

In der Weihnachtszeit wird dann wieder der extrem begehrte Blanc de Noir trocken im Verkauf sein; Rivaner und Weißburgunder folgen sukzessive im Frühjahr. Die Rotweine werden dann übers Jahr verteilt erscheinen; die kräftigsten und dichtesten Spät- und Frühburgunder dann wahrscheinlich mit dem Jubiläum, das am ersten September-Wochenende mit kölsche Tön und einem Kommers gefeiert wird.

Grund zum Feiern hatte die Winzergenossenschaft schon am Freitag, wurde sie doch einen Tag zuvor in Stuttgart mit dem Bundesehrenpreis des Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Leider saß Kellermeister Münster mit der Urkunde im Stau fest, doch die Freude über die höchste Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft, die an 21 deutsche Weingüter und Genossenschaften ging, vermittelten auch seine Kollegen.

Vor dem Sieg steht die Bundesweinprämierung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), bei der die Mayschosser neun Mal Gold, drei Mal Silber und drei Mal Bronze holten. „Für diese herausragende Gesamtleistung gab es dann den Bundesehrenpreis. In der Rangliste der besten Weinerzeuger Deutschlands, die im DLG-Weinguide 2017 zu finden ist, sind wir wieder auf Rang zehn gelistet“, ergänzte Baltes.

Zum Siegerwein der Prämierung der Landwirtschaftskammer wurde am Dienstag in Mainz der „2015er Mayschosser Mönchberg Spätburgunder trocken“ gekürt. Damit wurde er in der Kategorie „Spätburgunder Rotwein trocken“ als bester Vertreter für die gesamte Ahr ausgezeichnet. Dieser Toplagen-Wein aus dem Premiumprogramm, der 17 Monate im erstbelegten französischen Eichenfass lag, wird noch bis Weihnachten für einen Flaschenpreis von 38 Euro zu haben sein.

„Zur Teilnahme an diesem Wettbewerb – von 20 Verleihungen waren wir zwölf Mal mit einem Siegerwein dabei – ist 'Gold' der Landwirtschaftskammer eine Voraussetzung“, so Baltes. Rickert ergänzte: „Dem dichten Wein, der vom Holz partizipierte, merkte man von Anfang an, dass er gut wird. Ich würde ihn Weihnachten 2018 trinken.“