Bodendorf

Bürger wollen Heilbadprädikat behalten

Volles Haus bei der Bürgeranhörung in Bad Bodendorf.

Bad Bodendorf. Das Heilbadprädikat ist offiziell aberkannt: Aber die Bürger des größten Sinziger Stadtteils wollen das "Bad" in ihrem Ortsnamen auf jeden Fall behalten. Dies wurde bei der ersten Anhörung, zu der Landrat Jürgen Pföhler eingeladen hatte, deutlich.

Fast 200 Bad Bodendorfer, meist Vereinsvertreter, waren in die Grundschule gekommen. "Dies ist die erste Anhörung im Verlauf eines formellen Verfahrens", erklärte Pföhler zur Einführung. Mit am Podium saßen Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger und Barbara Schröder sowie Erich Seul von der Kreisverwaltung, die das Verfahren betreuen werden.

Mit der Überreichung der einstimmigen Resolution des Sinziger Rates für den Erhalt des Namens "Bad Bodendorf" hatte Bürgermeister Kroeger im Juni das Verfahren in Gang gesetzt. Bevor es in die Argumente ging, gab es für den Landrat eindeutige Willensbekundungen der Bodendorfer. So wurden Pföhler Unterschriftenlisten überreicht: Die Unterzeichner wollen die Beibehaltung des "Bad"-Titels.

Der "Verlust der Identität" oder auch der Imageverlust für Tourismus und Gastgewerbe wurden in der Aula angeführt. Aber auch die Änderung von Briefbögen, Vereinsnamen und Beschilderungen wurden genannt. Feuerwehrvertreter René Schmitt brachte es auf den Punkt: "Das Geld, was aufgewendet werden müsste, um den Namenszusatz von unserer Ausrüstung und den Feuerwehrfahrzeugen zu bekommen, können wir sicherlich sinnvoller verwenden."

Bernhard Knorr hatte für den Heimat- und Bürgerverein ausgeführt, dass "Luft und Wasser in Bad Bodendorf einmalig" seien, womit er wohl eher deren Qualität meinte. Einige Sprecher trieb die Sorge um, dass mit dem Verlust des Bäder-Titels nie wieder ein neuer Anlauf gestartet werden könne, den Heilbadgedanken zu aktivieren.

Albert Strohe, Schatzmeister des 300 Mitglieder starken Vereins "Freunde des Thermalbades", sah nachteilige Auswirkungen auf die Arbeit seines Vereins zukommen. Aber auch wirtschaftliche Gründe wurden angeführt. "Die Marke Bad Bodendorf darf nicht untergehen", so Norbert Rönn vom Unternehmerverein für die fast 100 Betriebe und Handwerker im Ort.

"Wir müssen parteiübergreifend dafür arbeiten, das Bad bei Bodendorf zu belassen", hieß es aus der Versammlung. Die Bodendorfer wollen sich mit Vehemenz für den Titel-Erhalt einsetzen. Nach der Sommerpause sollen Anhörungen erfolgen. Vermutlich im September wird Landrat Pföhler dann die Entscheidung des Kreises mitteilen. Er hatte bereits vor Wochen erklärt: "Es sieht gut aus für BAD Bodendorf."