Auftakt in Sinzig für europäischen Jugendaustausch

Aus der Wallonie an die Ahr

Petra Klein (M. stehend) begrüßte die Einrichtungsvertreter, die am europäischen Austausch junger Menschen interessiert sind. Darunter Alfons Busch (2.v.r.) und Bürgermeister Johannes Bell (M.). GAUSMANN

Petra Klein (M. stehend) begrüßte die Einrichtungsvertreter, die am europäischen Austausch junger Menschen interessiert sind. Darunter Alfons Busch (2.v.r.) und Bürgermeister Johannes Bell (M.). GAUSMANN

SINZIG. Vertreter von Einrichtungen im ganzen Kreis kamen zum Start für einen europäischen Austausch junger Menschen ins Sinziger Haus der offenen Tür.

„Wir alle im Team sind überzeugte Europäer. Wann immer ich gefragt werde, woher ich komme, sage ich 'Aus der Eifel und die liegt in Europa'“, gab Petra Klein, Leiterin des Sinziger Hauses der offenen Tür (HoT), am Mittwoch ein flammendes Bekenntnis für die Europäische Union ab. Bei der Auftaktveranstaltung zum neuen, auf zwei Jahre begrenzten Projekt „Strategischer Europäischer Freiwilligendienst“, begrüßte sie rund 25 Vertreter von Einrichtungen aus dem ganzen Kreis: vom Lebenshilfehaus und Kitas über Altenheime und Jugendhäuser bis hin zu Grundschulen und dem Kinderschutzbund. „Ich möchte die Informationen auch in die Ortsgemeinden tragen“, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, Johannes Bell, der sich ebenso ein Bild machen wollte wie Alfons Busch, Leiter des Ahrweiler Seniorenheimes Sankt Maria-Josef.

Was hat es mit dem Freiwilligendienst in der Großregion Rheinland-Pfalz, Saarland, Lothringen, Luxemburg und Wallonie, in der es ohnehin einen regen Austausch in Sachen arbeiten, studieren oder einkaufen gibt, auf sich? Sinn und Zweck ist, junge Menschen zwischen 17 und 30 Jahren für zwei bis zwölf Monate ins Team zu holen, um dort Aktivitäten durchführen zu können, für die ohne Freiwillige keine Zeit und Kapazitäten bleiben. Demnach also eine „europäische“ Ergänzung zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ). Und von denen gibt es mittlerweile auch nicht mehr so viele, wie mehrere Teilnehmer bestätigten.

„Was nicht gewollt und gesucht wird, ist eine billige Arbeitskraft“, machte Georges Zeimet klar. Der Repräsentant des nationalen Jugenddienstes von Luxemburg, das als Initiator den Vorsitz des Gipfels der Großregion übernommen hat, schilderte den Weg von der Idee bis zur Bewilligung durch die EU des zum übergeordneten Programm „Erasmus+“ gehörenden Projektes. In bewegten Zeiten für Europa setze die EU-Kommission das Thema Jugend ganz oben auf die Agenda. Mit der Aufnahme und Integration eines jungen Menschen fließe der europäische Gedanke in den Alltag der eigenen Arbeit ein. Das Altenahrer Jugendbüro um Werner Söller hat sich bereits akkreditiert und bemüht sich um einen Jugendlichen, der dann 30 bis 38 Wochenstunden absolviert.

In ganz Rheinland-Pfalz gibt es nur zwei Aufnahmeorganisationen, eine davon ist das HoT, das auch das Budget für zehn Freiwillige verwaltet. „Daher sind wir nicht nur die koordinierende Stelle im Kreis, sondern können auch selbst einen Jugendlichen aufnehmen oder einen jungen Menschen aus unserem Haus entsenden“, so Klein. Den Einrichtungen oder Vereinen, die sich fürs Projekt akkreditieren wollen, steht sie mit ihrem Team beim Ausfüllen der Anträge hilfreich zur Seite. „Nutzen Sie die Chance, mit dem Projekt erste positive Erfahrungen zu sammeln ohne zusätzliche finanzielle Ausgaben oder ein Mehr an bürokratischem Aufwand“, forderte Klein.