Amtseinführung in Sinzig

Andreas Geron als Sinziger Bürgermeister vereidigt

Amtseid in Sinzig: Bürgermeister Andreas Geron und Beigeordnete Charlotte Hager.

Amtseid in Sinzig: Bürgermeister Andreas Geron und Beigeordnete Charlotte Hager.

SINZIG. Andreas Geron ist als neuer Bürgermeister der Stadt Sinzig in sein Amt eingeführt und von der Ersten Beigeordneten Charlotte Hager vereidigt worden.

. „Jeder Anfang in der Kommunalpolitik ist schwer. Denn sie lebt von der Erfahrung im Umgang mit den unterschiedlichen Meinungsträgern und Fraktionen in den Gremien. Zwar waren Sie bisher nicht in kommunalen Räten vertreten, konnten aber bestimmt als Sprecher der Bürgerinitiative Wir lieben Sinzig wertvolle Erfahrungen sammeln, wie Entscheidungsprozesse funktionieren“, sagte Landrat Jürgen Pföhler im voll besetzten Sitzungssaal des Sinziger Rathauses.

Die Zukunft werde auch für die Stadt Sinzig vielfältige Aufgaben und neue Herausforderungen vorhalten, so Pföhler. In den vergangenen Jahren habe sich die Kernstadt Sinzig mit ihren Stadtteilen Bad Bodendorf, Franken, Koisdorf, Löhndorf und Westum positiv weiterentwickelt. Es sei eine stabile Basis geschaffen worden, auf der Sinzig im Sinne einer dynamischen Zukunftsentwicklung aufbauen könne, unterstrich der Landrat. Die Stadt sei finanziell solide aufgestellt, Sinzig sei die Stadt mit dem niedrigsten Schuldenstand im Kreis Ahrweiler.

An Andreas Geron adressiert sagte Pföhler: „Sie haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Sie möchten transparente Entscheidungsprozesse mit einem Bürgerprogramm organisieren. Dabei haben Sie auch bereits klargestellt, dass nicht allen Ortsteilen eine identische Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann, weil dies zu teuer wird. Sie planen regelmäßige Bürgersprechstunden in den Stadtteilen, um dort unmittelbarer Ansprechpartner zu sein. Sie persönlich halten zwar das Nahversorgungszentrum wegen der Verkehrsströme für falsch. Aber jetzt gilt es natürlich, die getroffene Entscheidung des Stadtrates in Ihrem Amt als Bürgermeister umzusetzen.“

Erfolgreiche Initiativen und Projekte seien stets das Ergebnis einer Gemeinschaftsleistung von Bürgermeister, Beigeordneten, Verwaltung und den politischen Gremien. Der Landrat: „Es gilt, gemeinsam an einem Strang und in eine Richtung zu ziehen.“

Ein Umstand müsse jedoch nachdenklich stimmen. „Im sogenannten Sinziger Blog sind teilweise anonym, teilweise unter Namensnennungen, Ihre Mitbewerber oder die sie tragenden Parteien, Gruppierungen oder Unterstützer in einer Art und Weise angegangen worden, die nach meiner Auffassung die Grenzen einer demokratischen Streitkultur deutlich überschritten haben. Als Landrat hoffe ich sehr, dass dies für künftige politische Auseinandersetzungen in unserem Kreis nicht stilprägend wird.“

Bürgermeister und Beigeordnete der benachbarten Städte und Gemeinden, Ratsmitglieder, Vertreter der Kirchen und der Vereine waren gekommen, um der Amtseinführung beizuwohnen. Achim Haag, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, gratulierte im Namen der Amtskollegen, Friedhelm Münch für die Fraktionen im Stadtrat. „Jedem Anfang liegt ein Zauber inne“, zitierte Münch Hermann Hesse. Mit Gerons Wahl sei eine „hohe Erwartungshaltung verbunden“, die schwer zu erfüllen sei.

Der Personalrat und die Ortsvorsteher schlossen sich dem Gratulationsreigen an, wie auch die Vertreter der Kirchen, wobei es sich Dechant Achim Thieser nicht nehmen ließ, dem neuen Bürgermeister eine DVD-Sammlung von „Don Camillo und Peppone“ zu überreichen, in dessen Mittelpunkt bekanntlich ein streitbarer Pfarrer und ein mit allen Wassern gewaschener Bürgermeister steht.

Andreas Geron dankte allen, „die mich bis hierher begleitet haben“. Für sachliche Kritik sei er stets empfänglich, seine Türe stehe den Sinzigern offen. In „guter Atmosphäre“ habe er in den vergangenen Wochen bereits Gespräche mit den im Rat vertretenen Fraktionen geführt. Auch wenn er nicht alle Ziele werde erreichen können, so wolle er für „Bürgernähe, Bürgerfreundlichkeit und Transparenz stehen“. Geron weiter: „Mit mir als Bürgermeister ist ein ganz anderer persönlicher Arbeitsstil und eine ganz andere Amtsführung verbunden. Ich weiß, dass ich nicht alle Ziele umsetzen kann. Die Formulierungen im Wahlkampf bilden immer das Ideal ab.“