"Mord mit Aussicht" in Altenahr

ARD-Crew dreht eine Folge in der Mayschosser Lochmühle

MAYSCHOSS. Sie ist ein Wiederholungstäter, die ARD-Filmcrew, die jetzt zehn Tage in Mayschoß weilt, um eine weitere Folge für die dritte Staffel der Krimiserie "Mord mit Aussicht" zu drehen. Die Mannschaft um Produzent Peter Güde hatte bereits im vergangenen Jahr in der Marienthaler Klosterruine die "Spätlese" abgedreht, bei der ein kleinwüchsiger Dieb im Wingert mit einer Flasche "Dernfelder Schieferchen" ins Jenseits befördert wurde.

Singende Komparsin im Weinköniginnenchor war damals die Deutsche Weinkönigin Mandy Großgarten aus Dernau. "Da hat das Team zwei Tage hier gewohnt, und es scheint ihm bei uns gefallen zu haben", sagt der Direktor des Hotels "Lochmühle", René Marquigny, der jetzt 40 Zimmer geblockt hat. Als Güde eine Geschichte vorlag, in der ein Mord in einem Hotel passiert, hatte er sogleich das Vier-Sterne-Haus an der Ahr vor Augen.

"Wenn man einen Mikrokosmos rund um Hengasch schafft, dann muss man ihn auch bedienen", sagte er zum GA. "Einen Ortsnamen haben wir für Mayschoß noch nicht, werden das Hotel aber im Nachbarort von Hengasch im Landkreis Liebernich ansiedeln."

Der Produzent weiß auch um die von den Zuschauern lieb gewonnenen Figuren wie Kriminaloberkommissarin Sophie Haas (Caroline Peters), Polizeihauptmeister Dietmar "Bär" Schäffer (Bjarne I. Mädel), Kollegin Bärbel Schmied (Meike Droste) und Heike "Muschi" Schäffer (Petra Kleinert) sowie um die Beliebtheit der Serie dank der skurrilen Fälle, die es in der Eifel zu lösen gilt.

Aus Hotel "Lochmühle" wird dann in der Folge, die mit einem Dutzend weiterer ab Herbst 2014 ausgestrahlt wird, das Hotel "Traube". Das aus Pappmaché gestaltete riesige Schild am Eingang des Traditionshauses, in dem zu Bonner Hauptstadt-Zeiten Politiker ein- und ausgingen, wartete am Mittwoch schon im Hof der Mühle auf seinen Einsatz. Ein weiteres Requisit zierte das Entrée: ein historisches "Enfield India"-Motorrad. Das wird im Film ebenso durch Mayschoß brausen, wie der alte Hanomag, den sich die Filmemacher bei der Familie von Weinkönigin Romana Schreiner ausgeliehen haben.

Mit großem Aufwand gehen die Dreharbeiten der Kölner Produktionsgesellschaft im Auftrag der ARD über die Bühne. Da wird die Bundesstraße gesperrt, die Hotelbar umdekoriert und auf alt getrimmt, 70er-Jahre-Lampen, künstliche Blumen, Plastikweintrauben und Bilder mit goldenen Rahmen platziert. "Ganz schön kitschig", so der Hotelchef, der sich aber sehr aufs Ergebnis freut: "Zwei Zimmer wurden von gelb auf weiß gestrichen und weißer Teppichboden verlegt. Es gab mehr als ein Dutzend Vor-Treffen mit den diversen Abteilungen."

Die "normalen" Gäste scheinen die wechselnden Kulissen nicht zu stören. Ein Ehepaar, das zum 46. Mal aus Aachen anreiste, freut sich sogar sichtlich über die Abwechslung und das Treiben im Haus. 13 Lastwagen reisten mit Bergen von Equipment an, eskortiert vom eigenen Polizeiauto, das in der Fernsehserie durchs Revier braust.

So viel sei jetzt schon verraten: Sophies Vater will mit seiner Freundin nach Polen gehen, während dem Traumpaar Schäffer zwischenmenschliche Turbulenzen drohen: Dietmars Mutter steht einzugsbereit mit gepackten Koffern vor der Tür. Und zur Überraschung aller wird Bärbel ungewollt schwanger. Mann, Mann, Mann, es bleibt richtig spannend.