Dauerausstellung bis 8. November

300 Besucher bei der Vernissage zur zweiten ArtAhr

In Sinzig: Stelen von Maria Sowietzki.

In Sinzig: Stelen von Maria Sowietzki.

SINZIG. Über 300 Besucher waren begeistert und erlebten mit, wie es bei der Vernissage zur zweiten Auflage der ArtAhr in den Räumen der "Alten Druckerei" in der Sinziger Mühlenbachstraße am Freitag "Licht wurde".

Denn Licht war das Thema für die insgesamt 24 Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Jahr beim Kunstfestival für den Kreis Ahrweiler ausstellten. Hintergrund: Die UN-Generalversammlung hatte 2015 zum Jahr des Lichts ausgerufen.

Professioneller ist sie geworden die ArtAhr in ihrer 2. Auflage. Und das Kunstevent hat einen Qualitätssprung gemacht. Auch weil die Macher für die Besetzung der Jury sich hochkarätige Hilfe gesucht hatten. So etwa die neuen Jury-Mitglieder Jutta Mattern, Kuratorin des Arp Museums, Angelika Ehrhardt-Marschall, Kunsthaus Rheinlicht Remagen, und Kolja Schäfer, Mitglied der Are-Gilde und Leiter der Malschule Roos. Kompakter und durchdachter wirkte die Ausstellung.

Hatten bei der Premiere noch Euphorie und Improvisation etwas die Regie mitgeführt, regierte in diesem Jahr Planung und Organisation. Aber von den 40 Künstlern, die sich beworben hatten, kamen eben nur 24 sozusagen ins ArtAhr-Finale.

Im Gegensatz zum Vorjahr wirkten die Macher Thomas und Christoph Zimmermann von der Buchhaltung Walterscheid, das Künstlerehepaar Roman und Anna Küffner, so wie die zahlreichen Helfer des Bürgerforums und ihr Vorsitzender Manfred Ruch eine Stunde vor Beginn der Vernissage regelrecht tiefenentspannt. "Alles fertig" hieß es.

"Hallo. do sin me widde" machte Thomas Zimmermann die Begrüßung rheinisch locker. "Dieses Kulturevent kommt aus der Mitte der Bürger", lobte die Schirmherrin, die stellvertretende rheinland-pfälzische Ministerienpräsidentin und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke.

Und die gab sich auch ganz locker und etwas ironisch. "Die Neonröhren der Beleuchtung sind cool, Kult und so schräg, dass sie genial wirken, aber ich bin auch Energieministerin und denke natürlich LED". Die Schirmherrin nahm sich am Abend viel Zeit für Gespräche mit Künstlern und Machern.

In Vertretung von Landrat Jürgen Pföhler machte, nach eigener Einschätzung, Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch den "guten Onkel" und hatte einen Scheck über 1000 Euro dabei. "Die Stadt Sinzig ist stolz auf diese Veranstaltung", so Sinzigs Beigeordnete Charlotte Hager.

Alles dreht sich um das Licht

Malerei, Skulpturen, Installationen, Fotos: mit dem Thema Licht setzten sich die 24 Künstler bei der Art-Ahr 2015 auf vielfältige Art und Weise und mit hohem Anspruch auseinander. Den kongenialen Kontrast dazu bot natürlich der etwa marode Charme des alten Industriegebäudes, das ja auch lange Zeit leer stand.

"Es wir auch 2016 eine ArtAhr geben", so Anna Küffner im Namen der Macher und Künstler ganz entschlossen. Ob die noch in der jetzigen angesagten Location stattfindet, ist aber noch dahingestellt.

Zum Hintergrund: Der Verkauf der alten Druckerei des Krupp-Verlages erfolgte Anfang April 2015. Käufer ist die Nova Investment Management aus Köln. Erste vorläufige Planungen sehen den kompletten Abriss aller Gebäude auf dem Areal und einem kompletten Neubau vor.

Nova-Chefin Manije Pischnamazzedeh war der Einladung zur Vernissage gefolgt und natürlich gefragte Gesprächspartnerin. Die Nova-Chefin hatte immerhin kostenlos die Gebäude zur Verfügung gestellt und zeigte sich von der Ausstellung begeistert.

Im Gegensatz zum Vorjahr besteht bei der zweiten Auflage er ArtAhr kein großes Finanzrisiko etwa für das Bürgerforum. Dessen Chef Manfred Ruch gab sich auch von der zweiten Auflage der ArtAhr begeistert. "Das ist ein Event, das in jede Großstadt passt", so Ruch. Die Ausstellung ist für jeden kunstinteressierten Bürger im Kreis fast schon ein Muss.

Und die ArtAhr 2015 kommt auch schon als eine Art Dauerausstellung daher. Denn die Pforten bleiben bis zum Kürbisfest am 8. November geöffnet. Zu sehen ist die Ausstellung freitags von 14 bis 18 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen ebenfalls von 10 Uhr bis 18 Uhr. Neu in diesem Jahr: Jeden Mittwoch ist Kulturmittwoch. Im Vorjahr gab es für die Premiere der ArtAhr unglaubliche 2000 Besucher. Bei den Machern gibt man sich optimistisch dieses Ergebnis noch einmal zu toppen.

Infos unter unter www.ArtAhr.de