Interessengemeinschaft in der Grafschaft

Widerstand gegen die Frankensiedlung wächst

Unterschriftenlisten überreichte gestern Abend die Interessengemeinschaft gegen eine Frankensiedlung an Achim Juchem (r.). FOTO: GAUSMANN

Unterschriftenlisten überreichte gestern Abend die Interessengemeinschaft gegen eine Frankensiedlung an Achim Juchem (r.).

GRAFSCHAFT. In Nierendorf und Birresdorf wächst der Widerstand gegen die geplante Errichtung einer Frankensiedlung. Insbesondere werden Lärm und erhöhtes Verkehrsaufkommen befürchtet.

Die Interessengemeinschaft gegen eine Frankensiedlung übergab am Dienstagabend Grafschafts Bürgermeister Achim Juchem eine Unterschriftenliste mit mehr als 400 Unterzeichnern, die sich gegen das Projekt ausgesprochen haben.

Wie mehrfach berichtet, möchte der gemeinnützige Verein "Frankensiedlung Nithrindorp" auf einer rund 5000 Quadratmeter großen Freifläche zwischen Nierendorf und Birresdorf ein kleines Freilichtmuseum errichten. Geplant sind Gebäude, in denen ein Badehaus, eine Weberei, eine Küche, eine Schmiede oder auch eine Töpferei untergebracht werden sollen.

"Ein Projekt mit bis zu 18 Gebäuden, Stromanschluss, Starkstromleitungen und Wasseranschluss in der Absicht zu errichten, dort Entschleunigungskurse für gestresste Manage anzubieten, die sich möglicherweise jeweils bis zu drei Tagen wie in einem Hotelbetrieb aufhalten, passt nicht in ein Landschaftsschutzgebiet", so die Interessengemeinschaft gestern im Ringener Rathaus. Ihre Sprecher Wolfgang Reuß, Armin Dußing und Klaus-Peter Linn unterstellten dem Verein gleich mehrfach, "kommerzielle Interessen zu verfolgen". Schlimmstenfalls ende das gesamte Vorhaben "in einer Bauruine".

Dem Verein bescheinigte die Bürgerinitiative zudem, "bewusst mit Fehlinformationen zu arbeiten". "Wir wollen jetzt aufrütteln. Auf keinen Fall werden wir die Füße stillhalten", erklärten die Sprecher der Interessengemeinschaft, die außerdem das von ihnen befürchtete "Verkehrsproblem" ansprachen. 15 000 Besucher im Jahr (das entspräche bei 300 Öffnungstagen 50 Besuchern am Tag) verursachten entsprechenden Verkehr und Parkraumprobleme. "Zusätzlicher Lärm und Geruchsemissionen sind insbesondere für die Anwohner in unmittelbarer Nähe zu befürchten", sagte Reuß.

Die nächste Bebauung liegt 170 Meter von der geplanten Siedlung entfernt. Bürgermeister Achim Juchem wies darauf hin, dass ein Lärmgutachten auf Kosten des Vereins "Nithrindorp" in Auftrag gegeben werde. Mit Ergebnissen sei jedoch erst im kommenden Frühjahr zu rechnen.

Der Vorsitzende des Vereins Frankensiedlung, Mathias Heeb, sagte gestern Abend auf GA-Anfrage: "Es ist schon bedauerlich, mit welchen Unterstellungen und wie unqualifiziert gegen das Projekt vorgegangen wird."