Hochwasser zwischen Birresdorf und Leimersdorf

Stahlträger für Wasser und Kanal

Am Mittwochmorgen wurden die Stahlträger an der Abbruchstelle über den Leimersdorfer Bach gelegt. Sie sollen die Leitungen für Trinkwasser un Abwasser tragen.

Am Mittwochmorgen wurden die Stahlträger an der Abbruchstelle über den Leimersdorfer Bach gelegt. Sie sollen die Leitungen für Trinkwasser un Abwasser tragen.

GRAFSCHAFT. Mit Hochdruck wird an der Stelle der weggeschwemmten Brücke im Zuge der Landesstraße 79 zwischen Birresdorf und Leimersdorf gearbeitet. Gleich drei Benefiz-Konzerte steigen für die Hochwasseropfer, zudem gibt es „Essen für den guten Zweck“.

Denn neben der Brücke waren nach dem Starkregen am 4. Juni auch die Trinkwasserleitung und die Kanalisation von den Fluten des Leimersdorfer Baches weggerissen worden.

Am Mittwochmorgen wurden mit einem Schwerlastkran zwei 19 Meter lange Stahlträger als Verbindung zwischen den beiden Ufern eingehoben. Die Träger mit einer Stärke von 45 Zentimetern und je rund zehn Tonnen Gewicht wurden in einem Abstand von etwa einem Meter parallel über den Bachlauf gelegt.

Sie sollen provisorisch die noch unterbrochene Trinkwasserleitung und die Abwasserröhren tragen. „Das ist noch kein Bestandteil eines Brückenneubaus“, machte Bürgermeister Achim Juchem klar. Er setzt zunächst auf eine Behelfsbrücke. Für eine neue Brücke wünscht sich Juchem, dass diese höher liegt als ihre Vorgängerin. Juchem: „Das hätte den Vorteil, dass die bisherige gefährliche Kurvensituation deutlich entschärft würde.“

Auch könnte ein neues Bauwerk direkt mit einen Fuß- und Radweg versehen werden. Zudem könnte durch die Brücke eine „zusätzliche Wasserrückhaltung geschaffen werden. „Ich hoffe, wir kommen hier in den bisher sehr konstruktiv laufenden Gesprächen mit dem Land zu einem guten Ergebnis“, wünscht sich der Bürgermeister auch schnelle Entscheidungen.

Die eine Million Euro, die die Mainzer Umweltministerin Ulrike Höfken am Dienstagabend für die betroffenen Kommunen im ganzen Land zugesagt hat, kommentierte Juchem so: „Damit kommt man nicht weit.“ Und auch der Grafschafter SPD-Chef Udo Klein sagte gestern dem General-Anzeiger: „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Den Modus der Vergabe von Mitteln durch den Hauptausschuss erläuterte Juchem am Beispiel einer Familie mit drei Kindern und hohem Hausratsschaden: 2000 Euro Grundbetrag plus 400 Euro Zuschlag für den Ehe-/Lebenspartner plus drei Mal 400 Euro Zuschlag für drei Kinder. Summe: 3600 Euro. Der Ausschuss will die Mittel zunächst auf dieser Basis in mehreren Runden vergeben.

Sobald keine neuen Anträge mehr kommen, erfolgt die Ausschüttung des verbleibenden (kleinen) Restbetrages wiederum an alle Antragsteller. Bisher wurden schon 65 000 Euro, je 200 Euro pro Person, an insgesamt 328 heimische Hochwasseropfer ausgezahlt.

Indes ist der Wille zu helfen in der Bevölkerung ungebrochen. So wird es gleich drei Benefizkonzerte auf der Grafschaft geben: Am 1. Juli im – Lantershofener Winzerverein mit „Rondovocal“, am 3. Juli in der Ringener Turnhalle mit „Cantamus“, „belcanto“ und „u´de lameng“ sowie Dorle Schweiss (Texte). Am 17. Juli singen in der Leimersdorfer Kirche „Rainbow“ aus Nierendorf, der Kirchenchor Leimersdorf-Ringen und der Bölinger Liederkranz.

Juchem macht aber auch auf eine Aktion „Essen für den guten Zweck“ aufmerksam. Die geht am Samstag von 11 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz des Raiffeisen-Marktes an der Heerstraße in Bad Neuenahr über die Bühne. Dort gibt es Erbsensuppe mit Würstchen für sechs Euro pro Portion. Das ist eine Kooperation des Remagener Imbissbetreibers Mario Pahl mit dem Junggesellenverein Gelsdorf, der die Kosten für den gesamten Wareneinsatz übernimmt.

Bürgermeister Juchem: „Das eingenommene Geld kommt in eine Plexiglassäule und wird nach der Aktion direkt an Betroffene weitergeleitet.“