Alarm für den Notfall

Sirene warnt in Nierendorf vor Hochwasser

Nierendorf. Lautstarker Probelauf auf dem Nierendorfer Deich in der Grafschaft. Nicht überall war der Alarm zu hören, weshalb zwei weitere Sirenen in der Dorfmitte dazukommen sollen.

Da bekam der kleine Mars Schiffer einen gehörigen Schrecken: Als der Siebenjährige am Regenrückhaltebecken in Nierendorf in Gegenwart von Grafschafts Bürgermeister Achim Juchem auf einen Knopf des zu Demonstrationszwecken geöffneten Schaltkastens drückte, wurde es nämlich laut: Eine Sirene heulte auf. Mit ihr soll die Bevölkerung vor künftigen Hochwassern und Überschwemmungen gewarnt werden.

Mit großem finanziellen Aufwand war das Regenrückhaltebecken in Nierendorf vor einigen Jahren gebaut worden, um die Nierendorfer vor Überflutungen bei Starkregen zu schützen. Am 4. Juni 2016 reichten die Kapazitäten nicht aus: Das Becken lief über, in Nierendorf hieß es schnell „Land unter“. Riesige Schäden richtete das Hochwasser an, wochenlang waren die Nierendorfer damit beschäftigt, ihre zum Teil zerstörten Häuser wieder bewohnbar zu machen. Nun soll es ein Frühwarnsystem geben.

Erschallt in Nierendorf der aufheulende und abklingende Sirenenton, dann ist Gefahr im Verzug. Wie Friedhelm Moog, Bauamtsleiter bei der Grafschafter Gemeindeverwaltung, erläuterte, ist dies dann der Fall, wenn sich das Becken in hoher Geschwindigkeit füllt. Ist das mehr als 80 000 Kubikmeter fassende, Video überwachte Becken mehr als zur Hälfte voll, wird vorsichtshalber Alarm geschlagen, damit man in Nierendorf Vorsorge betreiben kann. Bei 120 000 Kubikmetern läuft das Becken über, dann dringt das Wasser unkontrolliert in den Ort.

Beim Probealarm, zu dem sich etwa 30 Nierendorfer am Deich des Regenrückhaltebeckens eingefunden hatten, wurde schnell festgestellt, dass der Warnton nicht laut genug ist, um überall im Ort hörbar zu sein. Moog kündigte an, dass man zwei weitere Sirenen in der Dorfmitte und in Niedernierendorf über Funk miteinander verbinden will, so dass der Alarm auch das letzte Haus erreicht.