Konzert in Ringen

Russische Klänge in der Ringener Sporthalle

Stimmgewaltig: Der Don Kosaken Chor Serge Jeroff.

Stimmgewaltig: Der Don Kosaken Chor Serge Jeroff.

RINGEN. Der Auftritt des Don Kosaken Chores Serge Jaroff mit dem Männergesangverein "Bölinger Liederkranz" löst einen Sturm der Begeisterung aus.

Einen solchen Sturm der Begeisterung zu einem kulturellen Ereignis hat die Sporthalle in Ringen schon lange nicht mehr erlebt. Nicht erst zum Schluss, sondern bereits lange davor erhielten der Don Kosaken Chor Serge Jaroff unter der Leitung von Wanja Hlibka und die Sänger des Männergesangvereins (MGV) „Bölinger Liederkranz“ unter dem Dirigat von Raimund Jacobs stehende Ovationen und das Publikum zeigte sich unersättlich nach Zugaben.

Schon ganz zu Beginn brachte Werner Wolf, Vorsitzender des MGV, angesichts des gewaltigen Andrangs seine Freude zum Ausdruck: „Ich bin richtig überwältigt.“ Dieses Gefühl sollte sich im Laufe des Abends noch verstärken. Das Konzert stand wie ein Schlusspunkt hinter den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr, bewies aber auch, dass es mit der Sangesfreude auf der Grafschaft noch lange kein Ende hat. Dirigent Raimund Jacobs verteilte schnell ein paar Töne unter den Stimmregistern und dann ging es auswendig und a cappella los. Mit der „Abendruhe“ von Rolf Kern stand als erstes ein Klassiker für Männerchöre auf der Agenda. Sanft und ruhig führte das Stück in den Konzertabend ein.

Kunibert Kocks „All Night All Day“ spielte geschickt mit unterschiedlichen Tempi. Den Solo-Part übernahmen Ingo Krämer und Peter Kriechel. „You Raise Me Up“ von Rolf Løvland und Brendan Graham trug die Zuhörer gefühlvoll in den Himmel hinauf. Franz Josef Küls entführte die Besucher in den solo vorgetragenen Strophen von Stephen Adams und Fritz Ihlaus „Jerusalem“ in die Heilige Stadt, die doch wie keine zweite für den Zwiespalt in der Menschheit steht. Die restlichen Mannen stimmten als Engelchor zum Refrain mit ein. Großer Applaus war dem „Liederkranz“ für diese Vorstellung sicher, ebenso wie für das schwungvolle „Oh Happy Day“ mit Dieter Hölnyk als Solist.

Töne gehen bis ins Mark

Ganz in schwarz enterten die Don Kosaken die Bühne und eroberten mit einem inbrünstig geschmetterten Glaubensbekenntnis die Herzen der Zuhörer im Sturm. Gingen die Sänger ins Pianissimo, dann lauschte die Halle andächtig, ließen sie die Wände unter ihrem Gesang erzittern, war der Beifall umso lauter. Kirchenweisen mit übersetzten Namen wie „Herr, erbarme Dich“ oder „Alte Klosterweise“ gesellten sich zu Klassikern wie dem „Ave Maria“ aus der Feder von Johann Sebastian Bach und Charles Gounod und dem Weihnachtslied „Adeste Fideles“.

So richtig Fahrt nahm die Stimmung jedoch zu traditionellen russischen Volksweisen wie „Zwölf Räuber“ oder „Roter Safran“ auf. Als die berühmte „Kalinka“ kam, stand die Halle Kopf. Immer wieder neu mussten die Sänger beweisen, wie lange sie einen Ton halten können. Schon drei Stücke vor Schluss gab es stehende Ovationen. Zum großen Finale schließlich sangen der MGV und die Don Kosaken gemeinsam das „Wiegenlied“ von Johannes Brahms. Die Erfüllung des abschließenden Wunschs von Werner Wolf, „dass das nachklingt“, stand schon eine Sekunde nach Schluss spürbar im Raum. Das traditionelle Laetare-Konzert am 30. März ist schon fest in den Kalendern der Besucher vermerkt.