Sozial engagierte Jungen

Projekt in Kindergärten und Schulen geht in Runde drei

Jugendpfleger Werner Söller (2. von rechts) freut sich über das Engagement der Jugendlichen. REPRO: GA

GRAFSCHAFT/ALTENAHR. Zehn Jungen aus der Verbandsgemeinde (VG) Altenahr und der Grafschaft treten seit Mitte September 2012 an, um sich sozial zu engagieren: ein Mal in der Woche für drei Stunden in den sechs Kindertagesstätten und bei den vier Betreuungsangeboten der Schulen.

Aber auch um zu zeigen, dass der Beruf des Erziehers durchaus für junge Männer eine Alternative sein kann. Mit dabei sind Leonard Brügmann (Grundschule Altenahr), Peter Hasenberg (Kindergarten Dernau), Silas Kaul (Kindergarten Kalenborn), Jan Münch (Kindergarten Hönningen), Erik Hupperich (Kindergarten Altenahr), Sebastian Bobrzyk (Grundschule Ahrbrück), Damian Martinez da Silva (Kindergarten Ahrbrück), Fabian Bongart (Ahrtalschule), Julian Prokosch (Kindergarten Mayschoss) und André Rudolf (Grundschule Dernau).

Auf das Projekt, das schon in die dritten Runde geht, wurden sie aufmerksam durch Flyer, aber auch durch das Engagement des Pro Büros für Jugendarbeit, das in der Ahrtalschule die Werbetrommel gerührt hatte. Ein Casting mit Interview folgte, bis die zehn Teilnehmer feststanden.

Die Motivation der Schüler für ihr Engagement ist sehr unterschiedlich und genauso vielseitig wie die Gründe, die Werner Söller, Jugendpfleger und Leiter des Jugendbüros Altenahr, bewogen haben, dieses von der Fachstelle für Jugendarbeit Rheinland-Pfalz/Saarland und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur geförderte Projekt in der VG erneut anzubieten. Mit zum Team dieser dritten Runde gehört erneut Niko Sicken, Mitarbeiter des Jugendbüros; neu hinzugekommen ist Gerald Dittmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter aus Kalenborn. Sie leiten unter anderem die monatlichen Reflektions- und Aktionstreffen und sind die Ansprechpartner der Jungen.

"Die Tatsache, einen Berufszweig, der hauptsächlich von Frauen ausgeführt wird, auch für Männer zugänglich zu machen und damit die Palette der möglichen Alternativen bei der Ausbildungsstellensuche zu erweitern, ist eines der Projektziele", so Söller. Er erhofft sich, dass die zehn Schüler vor allem sich selbst im Praxiseinsatz erproben, dass sie Ansprech- und Spielpartner für die Kinder werden. Eine spannende Frage, die sich bei den Vorbereitungstreffen gestellt hatte, war, ob sie durch ihre kontinuierliche Tätigkeit die Arbeit der Einrichtungen bereichern können.

"Ich schätze es sehr, dass die Kindertagesstätten und die Mitarbeiter der Betreuungsangebote sich der Idee gegenüber als offen erwiesen haben. Es ist sicherlich keine Selbstverständlichkeit, dass nicht nur eine Einsatzstelle, sondern auch eine Praxisanleitung zur Verfügung gestellt wird, um den Einstieg und die Begleitung für die Jungs zu erleichtern", dankte Söller. In Kooperation mit Projekten in Neuwied und Mülheim-Kärlich ist im März ein Treffen zum gemeinsamen Kennenlernen mit Aktivprogramm geplant.