Kirche und sexueller Missbrauch

Neues Institut kommt nach Lantershofen

Im Jahr 1972 gegründet und 2006 komplett umgebaut und modernisiert wurde das Studienhaus St. Lambert auf Burg Lantershofen. 2017 gab es einen Tag der offenen Tür, bei dem Subregens Philip Peters (rechts) Gäste über das Außengelände des Studienhauses führte.

Im Jahr 1972 gegründet und 2006 komplett umgebaut und modernisiert wurde das Studienhaus St. Lambert auf Burg Lantershofen. 2017 gab es einen Tag der offenen Tür, bei dem Subregens Philip Peters (rechts) Gäste über das Außengelände des Studienhauses führte.

LANTERSHOFEN. Die katholische Kirche arbeitet das Thema sexueller Missbrauch auf: Ab dem 15. September beginnt das Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) von sexualisierter Gewalt seine Arbeit. Das Institut soll seinen Sitz auf Burg Lantershofen in der Gemeinde Grafschaft haben.

Unter der Federführung des Trierer Bischofs und Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Stephan Ackermann, nimmt ab dem 15. September das Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) von sexualisierter Gewalt seine Arbeit auf. Dieses Institut soll seinen Sitz auf Burg Lantershofen haben.

Das Institut unterstützt alle deutschen Bistümer und soll gemeinsam mit Wissenschaftlern, Fachorganisationen, Akteuren der Präventions- und Interventionsarbeit und Betroffenen von sexualisierter Gewalt Impulse und Standards für den Umgang mit dem Thema Missbrauch entwickeln und damit ein einheitliches Vorgehen in allen Bistümern fördern.

Bischof Ackermann betonte die Bedeutung einheitlicher Standards in allen deutschen Bistümern und das gemeinsame Vorgehen zur Vermeidung sexualisierter Gewalt: „Durch die aktuelle Diskussion und durch unsere Erfahrungen im Umgang mit dem Thema Missbrauch lernen wir, wie wichtig die nationale wie internationale Vernetzung und die Kooperation mit allen kirchlichen, gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Gruppierungen und Einrichtungen ist.“

Instrumente für umfassende Präventionsprojekte

Eine zentrale Aufgabe des IPA wird darin bestehen, gemeinsam mit allen „Netzwerkpartnern“ Instrumente für ein umfassendes Monitoring von Präventions- und Aufarbeitungsprojekten zu entwickeln. Darüber hinaus soll es Qualitätssicherungsinstrumente für die bereits implementierten Präventionsmaßnahmen der Katholischen Kirche in Deutschland auf den Weg bringen. Außerdem soll durch dieses interdisziplinäre Projekt eine breite gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch befördert werden.

Die Einrichtung des IPA ist eine der Konsequenzen aus einer Studie, durch die die Katholische Kirche in Deutschland Verantwortung für ihr eigenes zukünftiges Handeln übernehmen will. Den Aufbau und und die Leitung des neuen Instituts übernimmt der langjährige Präventions- und Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln, Oliver Vogt.