Naturschutz in Birresdorf

Mischbepflanzung soll Insekten Nahrung bieten

Birresdorf Ortsbegehung: Klaus Huse (2.v.l.) berät mit seinen Ortsbeiratsmitgliedern den bevorstehenden Rundgang.

Birresdorf Ortsbegehung: Klaus Huse (2.v.l.) berät mit seinen Ortsbeiratsmitgliedern den bevorstehenden Rundgang.

Birresdorf. Der Birresdorfer Ortsbeirat nimmt unter andere den Zustand der Wege im Dorf ins Visier. Poller sperren die Abkürzung am Rückhaltebecken ab.

Mit einer zweistündigen Ortsbesichtigung startete die jüngste Sitzung des Birresdorfer Ortsbeirates, die ganz entgegen der sonstigen Gewohnheit am Morgen angesetzt war. Auf der Tagesordnung stand nämlich ein „Maßnahmenpaket für eine bienenfreundliche Gemeinde“, mit dem auf Initiative der CDU und auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates die Lebensbedingungen für die heimischen Insekten dauerhaft verbessert werden sollen. Auch in der Birresdorfer Gemarkung sieht man dafür einige Möglichkeiten.

Die Gemeindeverwaltung hatte einen Übersichtsplan zur Verfügung gestellt, in dem die gemeindeeigenen Grundstücke eingezeichnet waren, die für eine solche Maßnahme infrage kommen. So gibt es entlang des Wirtschaftsweges, der sich vom Ignaz-Hof bis hinab zum Bolzplatz zieht, mehrere kaum genutzte Gemeindeparzellen, die gemeinsam wie hintereinandergelegte Trittsteine eine Art „insektenfreundlichen Grüngürtel“ bilden könnten. Allerdings soll zunächst ein Fachmann Vorschläge machen, mit welchen Pflanzen diese Parzellen zumindest am Rand bepflanzt werden sollen, um den Insekten das ganze Jahr über eine ausreichende Nahrungsgrundlage zu Verfügung zu stellen.

„Wir brauchen also eine Mischbepflanzung, bei der die einzelnen Pflanzen nacheinander blühen und nicht alle auf einmal“, machte beispielsweise Claus Hartmann (SPD) klar. Auch im Dorf selbst gebe es einige kleinere Brachflächen entlang der Straßen, die man mit insektenfreundlichen Pflanzen bestücken könnte, was sich der Ortsbeirat einig und will auch dieses Thema noch einmal von der Gemeindeverwaltung prüfen lassen.

Bei der Begehung zeigte sich auch, dass so mancher eingezeichnete Wirtschaftsweg überhaupt nicht mehr existiert oder völlig zugewachsen ist. Was der Ortsbeirat vor allem bei dem Feldweg bedauerte, der auf der gegenüberliegenden Seite der Einmündung des Nachtigallenwegs in den Lindenacker einst bergab in Richtung Leimersdorfer Bach und zum heutigen Regenrückhaltebecken führt. Wenn man den wieder instand setzen würde, so war die Ansicht der Kommunalpolitiker, könne man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn am Bach entlang und um das Regenrückhaltebecken herum könnte man gemeinsam mit der Grundschule im Kindergarten in Leimersdorf einen kleinen Lehrpfad anlegen mit beispielgebenden kleinen Maßnahmen, die Insektenfreunde auch bei sich zu Hause im Garten umsetzen könnten.

Zudem könnten die Kinder und Jugendlichen über diesen Weg auf direkter Linie vom Ort zum Sportplatz in Leimersdorf mit den Tennisplätzen gelangen, was ungefährlicher sei, als entlang der Landstraße L 79 zu laufen oder zu radeln. Daher beschloss der Ortsbeirat einstimmig, die Gemeindeverwaltung zu bitten, den Weg wieder instand zu setzen.

Schließlich wurde auch noch einstimmig beschlossen, zwei Federpoller am offenen Regenrückhaltebecken an der Straße „Achtmorgen“ einbauen zu lassen, um die widerrechtliche Nutzung des unbefestigten Feldweges am Becken vorbei zum Wirtschaftsweg zu unterbinden. Der Weg nämlich führt auf die Landstraße in Richtung Remagen und wird gern als Abkürzung genutzt, wobei das Abbiegen auf die Landstraße an dieser Stelle extrem gefährlich sei. Die Poller sollen so konstruiert sein, dass ein landwirtschaftliches Fahrzeug diese zwar umdrücken könne, einem normalen Kraftfahrzeug dieses jedoch nicht gelinge.