Gotteshaus wird zu wenig besucht

Kirche Sankt Katharina in Karweiler wird verkauft

Die Kirche Sankt Katharina ist schlecht besucht. Aus ihr könnte nun eine Urnenhalle werden.

Die Kirche Sankt Katharina ist schlecht besucht. Aus ihr könnte nun eine Urnenhalle werden.

GRAFSCHAFT. Die Kirchengemeinde Sankt Katharina will ihre Kirche verkaufen. Die Gemeinde Grafschaft zeigt Interesse an dem Gotteshaus und dem anliegenden Pfarrhaus in Karweiler. Aus der Kirche könnte eine Urnenhalle werden.

Die Kirche will ihre Kirche verkaufen: In der kleinen katholischen Kirchengemeinde Sankt Katharina im Grafschafter Ortsbezirk Karweiler gibt es die Überlegung, das dortige Gotteshaus zu veräußern. In nicht öffentlicher Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie im Stadtrat befassten sich die Rats- und Ausschussmitglieder mit dem Vorgang. Denn Käufer soll die Gemeinde sein. Die zeigt sich auch nicht abgeneigt.

Zumal das danebenliegende Pfarrhaus gleich mitgekauft werden könnte. Bereits im Februar hatten sich nach GA-Informationen der Kirchenrektor sowie der Vorsitzende des Karweiler Verwaltungsrats der Pfarrgemeinde Sankt Katharina an die Kommune gewandt. Das Ziel: Aus dem Kirchengebäude könnte ein Kolumbarium werden, eine Urnenhalle, die alternative Bestattungsformen ermöglicht. Nach Vorgaben des Bistums ist das jedoch nur möglich, wenn das Gotteshaus in das Eigentum der kommunalen Gemeinde übergeht.

Wie in anderen Gemeinden auch, wird die Kirche in Karweiler von Gläubigen nicht so frequentiert, wie dies aus Sicht des Bistums wünschenswert wäre.

Anders ist die Situation im benachbarten Lantershofen. Nicht zuletzt durch das Sankt Lambertus-Studienhaus, in dem katholische Priester ausgebildet werden, ist das Gotteshaus dort gut besucht. Auch von Karweilern, deren eigene Kirche nun zur Disposition steht.

Der Turm der Pfarrkirche Sankt Katharina stammt aus dem Jahr 1783, Chor und Sakristei wurden 1924 neu errichtet. Dringende technisch notwendige Sanierungen sollen kurz- oder mittelfristig nicht zu erwarten sein.

Sollte die Gemeinde die Kirche im Dorf lassen und kaufen, dann ist die Einrichtung eines Kolumbariums die wahrscheinlichste Lösung. In diesem Fall müssten ein barrierefreier Zugang und Sanitäranlagen gebaut werden.

Das Kolumbarium biete den Vorteil, dass die Urnen in pflegefreien, würdigen Grabstätten beigesetzt werden könnten und Grabbesucher keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt wären. Auch sei daran gedacht, die Kirche als Aufbewahrungs- und Aufbahrungsraum für Särge und Urnen zu nutzen, hieß es aus dem Gemeinderat.

In Verhandlungen treten will man auch in Sachen Kauf des Pfarrhauses. Denkbare Varianten wären es, Wohnraum, einen Mehrzweckraum, einen Dorfsaal im und am Pfarrhaus oder auch eine Begegnungsstätte zu schaffen. Nach GA-Informationen soll es zunächst ein Wertgutachten geben, um einen Kaufpreis zu ermitteln.