Grafschafter Gemeinderat

In der Grafschaft gibt es 1033 Gewerbebetriebe

Blick auf das Gewerbegebiet Gelsdorf.

Blick auf das Gewerbegebiet Gelsdorf.

GRAFSCHAFT. Die Gemeinde Grafschaft ist wirtschaftlich gut aufgestellt. Das erklärte Bürgermeister Achim Juchem am Donnerstagabend im Gemeinderat. Insgesamt gebe es 1033 gemeldete Gewerbebetriebe.

Allein im Gewerbepark Gelsdorf und im Innovationspark Rheinland seien derzeit 146 Unternehmen aktiv, der Rest verteile sich auf die einzelnen Ortschaften. Die Gewerbesteuereinnahmen generierten sich zu drei Vierteln aus dem Gewerbepark Gelsdorf und dem Innovationspark Rheinland. Mit einem weiteren Anstieg werde in den nächsten Jahren insbesondere nach dem Umzug von Haribo in die neue Firmenzentrale gerechnet. Statt bislang 4,2 Millionen Euro sollen ab 2018 mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr in die Gemeindekasse fließen.

Mit den voraussichtlich ab 2018 fließenden Haribo-Millionen soll auch das Defizit in wenigen Jahren ausgeglichen werden, das derzeit noch für die Entwicklung der Ausbaustufe II des Innovationsparks Rheinland offen ist. Gegenüber den Kosten von 21,6 Millionen Euro – davon allein 13,6 Millionen Euro für die notwendigen Terrassierungsarbeiten – sind nämlich bislang lediglich 15,2 Millionen Euro wieder eingenommen worden: acht Millionen aus Grundstücksverkäufen und 7,2 Millionen aus Zuschüssen. „Derzeit klafft also noch eine Lücke von 6,5 Millionen Euro in der Finanzierung“, so Juchem.

Die Ausbaustufe I des Innovationsparks habe die Investitionskosten von einstmals 11,5 Millionen Euro mittlerweile wieder hereingeholt, wenn man die Gewerbesteuer einkalkuliere. Schon länger amortisiert habe sich der Gewerbepark Gelsdorf, dessen Kosten von knapp zehn Millionen Euro insgesamt Einnahmen von rund 24 Millionen Euro seit 1990 gegenüberstünden.

„Wir stehen richtig gut da bei der Vermarktung unserer Gewerbegebiete“, freute sich CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Huse. Denn weder im Gewerbepark Gelsdorf noch im Innovationspark Rheinland seien noch nennenswerte Flächen vorrätig. Das bestätige die Ansiedlungspolitik der Gemeinde, fand auch Roland Schaaf (CDU).

Allerdings machten Hubert Münch und Udo Klein (beide SPD) darauf aufmerksam, dass die Grafschaft nicht den Gewerbeflächenbedarf für den ganzen Kreis Ahrweiler decken könne: „Wir sind nicht die Werkbank des Kreises.“ Ähnlich sah es Mathias Heeb (Grüne), der dafür plädierte, erst einmal den derzeitigen Status quo zu konsolidieren und zu schauen, wie sich die Gemeinde nach der Ansiedlung von Haribo entwickle, bevor man weitere Projekte anpacke. Julian Wuzél (FWG) ergänzte: „Geld ist nicht alles, die Entwicklung neuer Gewerbegebiete wäre auch ein Stück weit ein Ausverkauf der Heimat.“