Haushalt der Gemeinde Grafschaft

Gewerbesteuer steigt dank Haribo kräftig an

Mit der Ansiedlung von Haribo gehen höhere Gewerbesteuereinnahmen für die Grafschaft einher.

Mit der Ansiedlung von Haribo gehen höhere Gewerbesteuereinnahmen für die Grafschaft einher.

GRAFSCHAFT. 1,6 Millionen Euro mehr in der Kasse - das sieht der Nachtragshaushalt der Gemeinde Grafschaft für 2018 vor. Zwar wird damit gerechnet, dass die Gewerbesteuer dank Haribo um 7,8 Millionen Haribo steigt, es gibt aber auch Mehrausgaben.

Welche Auswirkungen die Ansiedlung des Haribo-Konzerns auf die Gemeinde Grafschaft hat, lässt sich schon jetzt an Zahlen messen: Im laufenden Haushalt der verbandsfreien Gemeinde müssen einige Daten „nachgebessert“ werden. Hatte man in 2017 noch fünf Millionen Euro an Gewerbesteuer vereinnahmt, so sollen es in diesem Jahr 12,8 Millionen Euro sein. Haribo macht also nicht nur Kinder froh.

In einem dem Gemeinderat nun vorgelegten Nachtragshaushalt wurden die neuen Zahlen – soweit sie derzeit auch ohne die obligatorisch im Mai vorgelegten Steuerschätzungen erkennbar sind – eingearbeitet. Da gibt es allerdings nicht nur Mehreinnahmen, sondern auch Mehrausgaben.

Beispielsweise bei der von der Gemeinde zu zahlenden Gewerbesteuerumlage. Sie steigt von 1,23 Millionen in 2017 auf 2,5 Millionen Euro in 2018. In 2020 soll sich dieser Betrag jedoch halbieren. Grund ist eine vom Land zu Gunsten aller Kommunen vorgenommene Reduzierung der Erhebungsgrößen.

Auch Kreis Ahrweiler profitiert

Mehr Geld wird auch – allerdings erst ab nächstem Jahr – der Kreis Ahrweiler aus der Grafschaft bekommen. Die Höhe der Kreisumlage richtet sich unter anderem an den Steuerkraftzahlen der angeschlossenen Städte und Gemeinden aus. Ausgangsgrößen sind allerdings jeweils die erzielten örtlichen Vorvorjahres- und Vorjahresergebnisse. Das Haribo-Geld macht sich für den Kreis also erst in 2020 wirklich bemerkbar.

Grafschafts Bürgermeister Achim Juchem rechnet im laufenden Haushaltsjahr mit einem Jahresüberschuss von knapp 2,8 Millionen Euro, das sind rund 1,6 Millionen mehr als bei Aufstellung des Etats gedacht. Da aber auch der Investitions- und weitere Ausgabenbedarf größer geworden ist, muss dem Gesamtüberschuss eine Verschlechterung von 1,4 Millionen gegenübergestellt werden.

Neue Drehleiter für die Feuerwehr

Beispielsweise will die Gemeinde eine neue Drehleiter für die Feuerwehr kaufen. Kosten: rund 800.000 Euro. Beim Bauhof fallen Beschaffungen an, das Gründungskapital für die geplante Gemeindeentwicklungsgesellschaft muss bereitgestellt werden, zahlreiche zusätzliche kleinere Investitionen stehen auf dem Wunschzettel der Kommunalpolitik. Durch steigende Steuereinnahmen erhält die Gemeinde zudem geringere Schlüsselzuweisungen vom Land und muss höhere Umlagen bezahlen. Saldiert man alle Einnahmen und anstehende Ausgaben, so ergeben sich für die Grafschaft jedoch unter dem Strich Verbesserungen von 1,6 Millionen Euro.

Der Nachtragshaushalt kann nun bis zum 17. Mai von den Bürgern eingesehen werden, die auch Anregungen oder Bedenken vortragen können. Am 14. Juni soll er im Gemeinderat beschlossen werden.