Gemeinderatssitzung in Grafschaft Gelsdorf soll neue Grundschule mit Sporthalle erhalten

Die Gelsdorfer Schule könnte zur Kita werden.

GRAFSCHAFT. In Grafschaft-Gelsdorf soll eine Fläche für eine neue Grundschule mit Sporthalle ausgewiesen werden. Die jetzige Schule könnte dann der Kita zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem Vorschlag wartete Bürgermeister Achim Juchem im Gemeinderat auf.

Die Grafschaft stellt weiter die Weichen in Richtung Zukunft: Frühzeitig will der 11 000- Einwohnerort auf Änderungen der Bevölkerungsstruktur und den demografischen Wandel reagieren.

Dabei steht man zwischen den Ortsbezirken Gelsdorf, Nierendorf, Birresdorf und Lantershofen vor nicht unerheblichen Herausforderungen. In den Prognosen des Statistischen Landesamtes nimmt die Bevölkerung ab, es wird weniger Kinder geben und somit weniger Raum für Kitas und Grundschulen benötigt. Tatsächlich jedoch befindet man sich längst an den Kapazitätsgrenzen. Seit Jahren wird ausgebaut, seit Jahren werden neue Wohngebiete geschaffen.

Die Grafschaft gilt als Zuzugsgemeinde, was unter anderem dem dort boomenden Gewerbe geschuldet sein mag, aber auch der Nähe zur Autobahn und dem Umstand, dass die Grafschaft mit verhältnismäßig günstigem Bauland im Speckgürtel der Region Köln/Bonn sowie in guter Erreichbarkeit zu Oberzentren wie Koblenz liegt. 24 Hektar stehen alleine an Baulücken-Flächen zur Verfügung – das entspricht etwa 500 Bauplätzen. Hinzu kommen ausgewiesene Neubaugebiete, die 280 Wohneinheiten aufnehmen können. Unter dem Strich gibt es Platz für 2250 Neubürger.

Trend zu mehr Kindern

Zudem gibt es einen aktuellen Trend zu mehr Kindern: Zwischen 86 und 122 Geburten werden jährlich gezählt. Das hat in naher Zukunft Auswirkungen auf Kitas und Schulen. In der fernen Zukunft dürfte es anders aussehen: Im Jahr 2010 waren 14,6 Prozent der Grafschafter über 65 Jahre alt. In 2030 werden es 33,2 Prozent sein. Machten die unter 20-Jährigen vor acht Jahren noch 21,3 Prozent an der Bevölkerung aus, so werden es in zwölf Jahren nur noch 13,6 Prozent sein. Bedeutet: Ihr Anteil geht um 900 Menschen zurück.

Dennoch muss die Gemeinde den aktuellen Bedarf befriedigen. Und der ist in absehbarer Zeit größer als das Angebot. Erst recht vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage nach Ganztagsangeboten rasant wächst.

Im Gemeinderat präsentierte Bürgermeister Achim Juchem (CDU) erste Lösungsansätze: In Gelsdorf soll eine Fläche für eine neue Grundschule mit Sporthalle ausgewiesen werden, die jetzige Schule soll der Kita zur Verfügung gestellt werden. In Ringen könnte ein Areal für eine neue Kita berücksichtigt werden, die vorhandenen Kita-Räume würden dann der Schule zugeschlagen. Allerdings wies Juchem auch darauf hin, dass die Gemeinde die Steuerung alleine nicht in der Hand hält: Wie und wann die vorhandenen Baulücken genutzt werden, steht bekanntlich in den Sternen.

„Die Grafschaft ist interessant, sie entwickelt sich positiv“, befand CDU-Sprecher Klaus Huse. Günther Bach lobte für die SPD: „Der Bürgermeister hat eine umfassende Bestandsaufnahme präsentiert. Sie zeigt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. Wir stehen gut da.“ Grünen-Sprecher Mathias Heeb meinte: „Es zeigt sich, dass die Gewerbeansiedlungen Folgekosten auslösen. Die Nutzung von Grund und Boden hat ihre Grenzen. Wir werden einen weiten Weg zu gehen haben.“

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