Grafschafter Gemeinderat hat getagt

Gedenkstätte „Rebstock“ nimmt Formen an

Pflanzaktion für die Baumallee an der Gedenkstätte.

Pflanzaktion für die Baumallee an der Gedenkstätte.

GRAFSCHAFT. Grafschafter Kommunalpolitiker geben grünes Licht für die Umsetzung des Projektes am ehemaligen KZ-Außenlager. Rat debattiert auch über die Situation der Kindertagesstätten.

Die Gemeinde Grafschaft unterstützt den Bau der Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ am Eingang des Regierungsbunkers in Marienthal. Wie mehrfach berichtet, will man der Opfer des Nationalsozialismus gedenken, die dort unter unwürdigen Bedingungen in den Tunnelanlagen Kriegsgerät bauen mussten. Nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat der Bund sich dazu entschieden, die Nutzung des Areals dem Synagogenverein Ahrweiler zu überlassen. Die Bima bleibt Eigentümerin des Grundstückes und der Tunnelbauwerke.

Der Synagogenverein habe die Gemeinde gebeten, die regelmäßige Pflege der Erinnerungsstätte zu übernehmen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Auch will die Gemeinde Grafschaft den Bauantrag für den Info-Pavillon bei der Kreisverwaltung Ahrweiler stellen. Derzeit pflanzen Mitarbeiter des Bauhofes eine Baumallee. Darüber wurde der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung informiert. Dort waren mehr als 20 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten.

Der Gemeinderat hat beschlossen, Schulsozialarbeit an den Grundschulen der Gemeinde Grafschaft ab dem Schuljahr 2017/2018 einzuführen und diese mit einer halben Fachstelle auszustatten. Senioren in den Ortsteilen der Grafschaft sollen mobiler werden. Dies mit Hilfe eines „Seniorentaxis“. Vor dem Hintergrund eines verbesserten ÖPNV-Angebots ab Sommer will man zunächst für ein Jahr probeweise ein solches Seniorentaxi testen. Jede Fahrt soll mit bis zu fünf Euro unterstützt werden.

Die Situation in den Kindertagesstätten soll ebenfalls verbessert werden. Derzeit gibt es 38 gemeldete Kinder, die keinen Platz bekommen. „Das ist nicht hinnehmbar“, so die SPD. Die Verwaltung schlug daher ein Provisorium vor. Ein Anbau von Containern an den bestehenden Kitas scheide aus Platzgründen gerade nach den schon erfolgten baulichen Erweiterungen der Gebäude aus. Derzeit böte sich als sinnvollste Lösung an, das Jugendbüro im Bürgerhaus Ringen übergangsweise ins Rathaus zu verlagern und die dort dann freien Räume, ergänzt um einen Containeranbau, als Kitaräume zu nutzen.

Organisatorisch würde der Betrieb an die Kita Ringen angeschlossen werden. Die provisorischen Räume würden dann von älteren Kita-Kindern genutzt. Gleichfalls ließe sich zeitlich eingeschränkt auch der Saal des Bürgerhauses als großer Multifunktionsraum für die Kinder nutzen. Zum Mittagessen könnten sie nach wie vor die Mensa von Grundschule und Kita Ringen nutzen. Der Rat stimmte dieser Lösung zu. Dennoch wird die Gemeinde nicht am Bau einer sechsten Kindertagesstätte vorbeikommen. Auch wenn ein etwaiger Standort noch nicht geklärt ist, so ist man sich im Rat einig, dass gebaut werden muss. Am liebsten in Form eines multifunktional nutzbaren Mehrgenerationenhauses.

Während sich die SPD für einen Planwettbewerb aussprach, votierten Union und FWG für „eine schnelle Lösung“ mit einem „funktionalen Bau“. Florian Schneider (CDU): „Wir wollen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.“ Die FWG erklärte: „Wir brauchen kein repräsentatives Gebäude.“ Constanze Kunkel (SPD): „Wir wollen eine vernünftige Lösung für die nächsten 80 Jahre. Wir sollten uns beraten lassen und keine Potenziale verschenken.“ Ihr Fraktionskollege Udo Klein ergänzte: „Wir möchten keinen Bau von der Stange.“ Die Mehrheit des Rates stimmte jedoch für die „schnelle Lösung“.

Mit den Bürgern gemeinsam soll der Nachtragshaushalt bearbeitet werden. Seit gestern können sich die Grafschafter mit Eingaben, Wünschen, Bedenken und Beschwerden beteiligen. Dies auf der Homepage der Gemeinde oder durch Vorsprache im Rathaus. Der Nachtrag sieht im Ergebnishaushalt durch gestiegene Einnahmen – nicht zuletzt wegen eines Grundstückverkaufs – finanzielle Verbesserungen im Vergleich zum Ursprungsplan in Höhe von insgesamt rund 355 000 Euro vor.