Lantershofens Orgel ist geweiht

Freude nach drei Jahren

Horst-Peter Kujat hat das Projekt "Neue Orgel" für Lantershofen koordiniert.

Horst-Peter Kujat hat das Projekt "Neue Orgel" für Lantershofen koordiniert.

LANTERSHOFEN. 136.000 Euro kostete die neue Orgel in der Lantershofener Sankt Lambertuskirche. Nach langer Wartezeit wurde sie nun eingeweiht.

„Die Orgel droht zu verstummen“ hieß es vor drei Jahren in der Lantershofener Sankt Lambertuskirche. Die Alarmglocken schrillten und lösten eine Welle von Anstrengungen, auch vieler Ehrenamtler, aus. Jetzt fand die Weihe der neuen Orgel statt. Es war der Abschluss eines Mammutprojektes der Kirchengemeinde Karweiler-Lantershofen.

Rund 180 Besucher des Hochamts mussten zu Beginn noch ohne begleitendes Instrument „Wir sagen Euch an, die lieben Advent“, singen, dann aber erteilte Regens Volker Malburg der neuen Orgel Gottes Segen. Das neue Zeitalter der Kirchenmusik in Lantershofen konnte beginnen. „Wir haben es geschafft“, freute sich auch Horst-Peter Kujath.

Er hatte das Projektteam als Koordinator in der Vergangenheit begleitet und die Gruppe mit Pfarrer Alexander Burg und Subregens Philipp Peters für die kirchlichen Belange, den Organisten Heinrich Fuchs und Markus Prange für die musikalischen Elemente und Walter Moitz vom Verwaltungsrat für die Finanzen und Orgelpfeifenpatenschaften geführt. Nun hat Lantershofen eine neue Orgel, auch wenn diese bereits 1982 gebaut wurde und das aus Jahr 1971 stammende alte Instrument ersetzt. Die „heiße Phase“ des Orgelkaufs begann im Frühjahr 2015.

Passende Orgel in Selm gefunden

Damals hatte Domorganist Josef Still aus Trier empfohlen, den Gebrauchtorgelmarkt zu sondieren. Zuvor hatten Orgelbaufirmen eine Restauration abgelehnt, oder Preise bis zu 120.000 Euro veranschlagt, nur um die Spielfähigkeit der Orgel mit ihren 14 Registern zu erhalten. Nach zwei vergeblichen Kaufversuchen fanden die Lantershofener im Mai 2016 eine passende Orgel in Selm, wo die St. Josefkirche vor der Entweihung und dem Abriss stand.

Die dortige Pfeifenorgel wurde als bestens geeignet, bei den Gemeindemessen den Gesang zu führen, Chor und Schola zu begleiten, bei der Gesangsausbildung der Studenten mitzuwirken, Gottesdienste und Andachten des Studienhauses musikalisch mitzugestalten und bei den immer wieder in Lantershofen stattfindenden Pontifikalämtern mit Bischöfen und Kardinälen eine adäquate musikalische Begleitung zu sichern, eingestuft.

Aber wie bezahlen? Erst einmal mussten 70 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten von 136.000 Euro auf dem Konto liegen. Hier kam die August-Dörner-Stiftung als Träger des Studienhauses St. Lambert zum Zuge, die alleine 50.000 Euro zur Verfügung stellte, da die Kirche auch rege vom Studienhaus genutzt wird. Mittlerweile hat die Kirchengemeinde 103.000 Euro beisammen, sucht aber noch weitere Pfeifen- und Registerpaten. Eine neue Orgel hätte übrigens rund 400.000 Euro gekostet.

Frühere Orgel nach Slowenien verkauft

Die neue Orgel, die gegenüber ihrem alten Standort auf 21 Register erweitert wurde, war Ende September abgebaut, zerlegt und in Remagen gereinigt, erweitert und renoviert worden. Seit Anfang Oktober erfolgte der Aufbau in Lantershofen. Die frühere Orgel wurde derweil nach Slowenien verkauft und wird dort bald in einer Kirche erklingen. In der Lantershofener Kirche steht nun eine perfekt auf den Raum zugeschnittene Orgel, Sie dürfte die meistgespielte Kirchenorgel in einer größeren Umgebung sein, wird sie doch von Pfarrgemeinde und Studienhaus genutzt.

Dass das Instrument fast 35 Jahre alt ist, sieht man ihm nicht an, zumal die zahlreichen Prospektpfeifen umfassend poliert wurden. Die neue Orgel ist als Instrument – ganz im Sinne des zweiten vatikanischen Konzils – ein wichtiges Element der kirchlichen Gemeinschaft und der Eucharistie-Feier. Im Gegensatz zum vorherigen Instrument ist nun der Organist wieder Teil der Gemeinde. Er sitzt direkt vor der Orgel und kann diese sowie den Gemeindegesang unmittelbar hören.

Das erste Konzert auf der Orgel findet am Sonntag, 22. Januar, statt. Der Trierer Domorganist Josef Still wird ab 17.30 Uhr die Orgel spielen. „Wir freuen uns natürlich sehr, solch eine Kapazität bei uns zu haben“, so Horst-Peter Kujath.