Hubschrauber-Absturz in Gelsdorf

Frühlingsfest von Unfall überschattet - sechs Verletzte

GELSDORF. Das Frühlingsfest in Gelsdorf ist am Sonntag von einem Hubschrauber-Absturz mit einem schwer verletzten Piloten und fünf leicht verletzten Passagieren überschattet worden.

Kurz vor Mittag startete der Pilot den Eurocopter AS 350 mit den Gästen an Bord zu einem Rundflug über die Grafschaft, doch kurz nach dem Abheben um 11.48 Uhr habe es in wenigen Metern Höhe plötzlich eine Stichflamme aus dem Triebwerk gegeben, berichteten Augenzeugen.

"Ein technischer Defekt", vermutete Wehrleiter Erich Krupp. Geistesgegenwärtig habe der Pilot den Hubschrauber weg vom nahen Raiffeisen-Zentrum und dem dahinter in vollem Gang befindlichen Frühlingsfest mit mehreren hundert Besuchern gelenkt, die von all dem nichts mitbekamen.

Bereits nach wenigen Metern war das Flugmanöver zu Ende, denn der Helikopter streifte mit den Kufen den Zaun eines Regenrückhaltebeckens und stürzte anschließend kopfüber auf dessen Böschung, rutschte aber nicht ins Wasser hinein. "Wenn er es 20 Meter weiter auf das freie Feld geschafft hätte, wäre überhaupt nichts passiert", glaubt ein Mitarbeiter des Helikopter-Unternehmens.

Er und ein weiteres Mitglied der Bodencrew, die den Absturz entsetzt mitverfolgt hatte, löschten geistesgegenwärtig mit einem Feuerlöscher das brennende Triebwerk. Beim Überklettern des Zaunes verletzte sich einer der beiden Männer an der Hand, so Bürgermeister Achim Juchem, der zum Zeitpunkt des Unglücks gerade dabei war, den zweiten Tag des Frühlingsfestes zu eröffnen.

Das für das Frühlingsfest vor Ort stationierte DRK kümmerte sich zusammen mit dem dort stationierten Notarzt um den blutenden Helfer sowie um die unter Schock stehenden Hubschrauber-Passagiere, die jedoch allesamt fast unverletzt aus der havarierten Maschine kletterten.

Nicht ganz so glimpflich ging der Absturz für den Piloten aus, der nach Polizeiangaben mit schweren Verletzungen von einem der beiden alarmierten Rettungshubschrauber in eine Kölner Klinik geflogen wurde.

Der andere Rettungshubschrauber konnte wieder unverrichteter Dinge den Rückflug antreten. Die fünf leicht verletzten Passagiere des abgestürzten Helikopters wurden von den ebenfalls alarmierten Rettungsfahrzeugen sicherheitshalber zur Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.

Die Freiwillige Feuerwehr Grafschaft war mit 40 Mann aus der Oberen Grafschaft im Einsatz, um den verunglückten Hubschrauber zu sichern und die 500 Liter Kerosin abzupumpen, weil der Tank nach Ansicht von Wehrleiter Krupp ein kleines Loch aufwies.

Die Polizei sperrte den Unglücksort ab, Kriminalhauptkommissar Wilfried Manheller von der Kripo Ahrweiler nahm die ersten Ermittlungen auf. Am Nachmittag schauten sich Mitarbeiter des Luftfahrtbundesamtes an der Unfallstelle um und nahmen die Ermittlungen zur konkreten Absturzursache auf.

Da der Hubschrauberabsturz von den Besuchern des Frühlingsfestes praktisch unbemerkt blieb, wurde die Veranstaltung planmäßig fortgeführt. Die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft sowie das "Team Grafschaft" als Organisatoren boten dabei ein tolles Bühnenprogramm und einen landwirtschaftlichen Markt mit regionalen Produkten.

Ein gutes Dutzend Handwerksbetriebe und Autohäuser präsentierten ihre Angebote. Auf der großen Showbühne ging es Schlag auf Schlag mit Musik, Modenschauen und Männerballett-Darbietungen.

Am Abend sorgte die "Eifel-Gäng" für gute Laune zu einem leckeren Drei-Gang-Menü. Zum Ende des Festes kürte die Bad Neuenahrer Dame der Rose, Carolin Selbeck, auch noch das schönste Haustier.