Haribo steht im Fokus

Einwohner sollen die Zukunft mitgestalten

GRAFSCHAFT. Die Gemeinde Grafschaft will einen Maßnahmenkatalog erstellen und ein Leitbild erarbeiten.

Die Zukunft der Grafschaft soll in einem Gesamtkonzept als generelle Ausrichtung angepeilt werden. An der Gestaltung dieses "Leitbildes" sollen die Bevölkerung, die Landwirtschaft und die Gewerbebetriebe beteiligt werden. Dies beschloss gestern Abend der Gemeinderat.

Schlussendlich wird es ein Maßnahmenkatalog sein, den die Verwaltung der Gemeinde mit Hilfe der Bevölkerung erstellen soll. Der Tourismus in der Grafschaft, Wohnen im Alter in der Grafschaft, die Einrichtung von Dorftreffs, die Gewinnung von Baulandreserven in den Ortskernen, das Entgegenwirken von drohenden Verödungen der Ortschaften: Themenfelder gibt es genug, die angepackt werden müssen.

Nicht zuletzt die Haribo-Ansiedlung hat die Frage nach dem "quo vadis Grafschaft" aufgeworfen. Viele Grafschafter befürchten einen zu starken Landschaftsverbrauch, den Verlust der ländlichen Strukturen, eine zu große Ausdehnung der Gewerbebetriebe, eine damit einhergehende zu große Zunahme des Verkehrs. Das Gesamtkonzept soll Klarheit schaffen und deutlich machen, wie die Zukunft der Grafschaft aussehen soll. Bevor konkrete Schritte angegangen werden, soll die Verwaltung gemeinsam mit einem Fachberater den Rat über den Weg hin zu einem Gemeindeentwicklungskonzept informieren. Ist das Leitbild erstellt, soll es der Bevölkerung vorgestellt werden, ehe es dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Externe Hilfe durch einen Fachberater soll es nicht zuletzt deshalb geben, weil die Gemeindeverwaltung mit der Arbeit an verschiedenen Projekten im Innovationspark reichlich ausgelastet sei, so die Meinung der Fraktionen.

"In den großen Spannungsfeldern zwischen den Interessen der Landwirtschaft und diskutierten weiteren Ausweisungen von Wohn- und Gewerbeflächen sowie angedachten neuen Verkehrsführungen fühlen sich zur Zeit viele Bürger von den Entscheidungen der Politik abgekoppelt und nicht mehr maßgeblich in die Entscheidungsprozesse und Zukunftsgestaltung einbezogen. Fragen, wie die Grafschaft sich entwickeln soll, kann zur Zeit kein Kommunalpolitiker fundiert beantworten", erklärte die Freie Wählergemeinschaft, die gestern Abend den Antrag auf Erstellung eines Gesamtkonzeptes gestellt hatte.