Kindergarten St. Walburga

Ein multikulturelles Fest zum Abschluß des Gartenprojekts

Prächtig sieht jetzt das Gelände aus.

GELSDORF. Mit einem multikulturellen Fest feierten die Ringener Pfadfinder vom Stamme "Galileo Galilei" und die Jugendlichen aus dem Kinder- und Jugendförderverein Grafschaft den gelungenen Abschluss ihres gemeinsamen Projektes im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Die 39 Kinder und jungen Erwachsenen hatten den Auftrag, das Außengelände des katholischen Kindergartens St. Walburga zu verbessern und ein Fest für alle im Kindergarten vertretenen Nationen auszurichten. "Mission erfüllt!", meldete Pfadfinder-Chef Holger Fahrenbach exakt um 17.07 Uhr, genau nach 72 Stunden wurde die letzte Schraube an den Unterstellplätzen für die Mülltonnen festgedreht.

Da war das Mulitikulti-Fest auf dem Außengelände des Kindergartens schon in vollem Gange, die Gäste stärkten sich mit Speisen aus 14 verschiedenen Ländern. "Ich wundere mich selbst, aus wie vielen Herkunftsländern die Kinder in unserem Kindergarten kommen", gab Kindergartenleiterin Renata Kemnitzer, die selbst polnische Wurzeln besitzt, zu.

Nicht nur aus Deutschland, Spanien, Polen, der Türkei, Belgien und Italien sind hier Pänz vertreten, sondern auch aus den USA, dem Irak, den Niederlanden, Frankreich, Syrien, Ungarn, Kroatien, Thailand und dem Iran. Und aus jedem Land gab es ein Naionalgericht, das meist von den jeweiligen Eltern zubereitet worden war.

Ob polnischer Kräutereintopf Bigos, amerikanische Cupcakes, belgische Waffeln, thailändische Teigtaschen mit Hühnchen und exotischen Gewürzen, Vanillepudding mit Käsewürfeln aus Holland, Hirsesalat aus Syrien, zwei italienische Riesenpizzen, Hähnchencurry aus dem Iran, Gulaschsuppe aus Ungarn oder türkische Süßspeise - hier gab es für wirklich jeden Geschmack etwas. Die Pfadfinder köchelten derweil Chili con Carne über dem offenen Feuer, während die deutschen Väter Bratwürste und Steaks grillten. So kam man sich näher nach dem Motto: "Völkerverständigung geht durch den Magen."

Projektpatin Mechthild Heil überzeugte sich persönlich vom Gelingen der Aktion und war voll des Lobes für die Teilnehmer: "Das zeigt auch, dass wir ein Volk sind, das sich gegenseitig hilft und bereit ist, gemeinnützige Arbeit zu leisten", so die Bundestagsabgeordnete. Besonders für die jüngeren Teilnehmer sei es ein Erlebnis, vielleicht das erste Mal festzustellen, dass etwas Großes gelingen kann, wenn man gemeinsam anpackt. Sarah Weber, pädagogische Fachkraft beim KJFV, machte zudem deutlich: "Wir mussten den Teilnehmern keine Arbeit zuteilen - wie mussten sie vielmehr bremsen, denn alle waren wahnsinnig motiviert und wollten am liebsten alles selbst machen."

So hat der Kindergarten jetzt eine große Kräuterspirale, die sofort mit Dutzenden gespendeter Pflanzen bestückt wurde. Ohnehin mangelte es nicht an Geld- und Sachsenden, die zum Gelingen der Projektes beitrugen. Die sechs Mülleimer haben nun eine ordentliche Bleibe gefunden in einer gemauerten Abstellecke mit Holztüren, und die Öffnung für den Öltank wurde mit eine stabilen Abdeckplatte aus Metall versehen. Eine trostlose Betonwand strahlt nun frisch gestrichen und mit einer bunten Weltkarte, auf der die Herkunftsländer aller Kindergartenkinder markiert sind.