Kleine Grafschafter machen sich schlau

Bürgermeister wird zum „Knusperkönig“

Joachim Hecker entführte die Kinder im Ringener Rathaus in seine Hexenküche.

Joachim Hecker entführte die Kinder im Ringener Rathaus in seine Hexenküche.

RINGEN. Spannende Wissenschafts-Show mit Joachim Hecker für Kinder im Ringener Rathaus.

„Liebling, ich habe den FC Bayern-Frosch geschrumpft!“ 120 Grafschafter Kinder zwischen acht und zwölf Jahren waren Zeuge, dass Joachim Hecker bei seiner Wissenschafts-Show im Ringener Rathaus eine Styropor-Frosch im Schnellkochtopf auf Mini-Größe kleinkochte. Doch das war nur eines von zahlreichen Experimenten, mit denen der Sachbuchautor unter Beweis stellte, dass Wissenschaft richtig Spaß machen kann. Eingeladen zu dieser Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Kultur im Rathaus“ der Gemeinde Grafschaft hatte die Katholische Öffentliche Bücherei Leimersdorf (köb), denn schließlich ist Hecker nicht nur Radiojournalist beim WDR, sondern auch erfolgreicher Autor von Sachbuch-Bestsellern wie „Der Kinder Brockhaus“ oder „Frag doch mal die Maus! Spannende Experimente zum Ausprobieren, Forschen und Staunen“. Die und noch viel mehr kann man natürlich in der köb jederzeit ausleihen, wie Kerstin Schäfer vom Büchereiteam klar machte.

In mintgrüner Jacke und mit zitronengelbem Polohemd passte Hecker so gar nicht in das Klischee des zerstreuten Wissenschaftlers im Elfenbeinturm, vielmehr verkörperte er den lustigen Onkel, der immer für einen witzigen Streich auf Kosten der Erwachsenen gut ist. Was auch Bürgermeister Achim Juchem zu spüren bekam, der für eines der Experimente seinen Kopf hinhalten musste. Denn mit Hilfe eines an eine Lautsprecheranlage angeschlossenen Stethoskops konnten alle im Saal hören, was in seinem Kopf vorgeht. Zumindest, wenn der Bürgermeister etwas Knuspriges wie eine Kokosmakrone isst. Das hört sich wie ein Gewittergrollen an. So kam Juchem zu seinem neuesten Titel des „Knusperkönigs“ der Grafschaft. Zugleich erläuterte Hecker, warum wir selbst unsere Stimme ganz anders hören als jemand anders: weil wir auch den Schädelknochen als Resonanzkörper „im Ohr“ haben.

Haben Joghurtbecher ein Gedächtnis? Wie funktioniert ein menschlicher Stromkreis? Kann man mit einem Wasserstrahl Musik machen? Warum brechen Spaghetti nicht in zwei Stücke? Wie lässt sich im Handumdrehen Kunstschnee machen? Diese und weitere Fragen beantwortete Hecker in seiner anderthalbstündigen Experimente-Show mit Feuer, Rauch und Knalleffekten, dass den Kindern fast Hören und Sehen verging. Gebannt verfolgten sie seine witzigen Erläuterungen und rissen sich regelrecht darum, als freiwillige Helfer zum Gelingen der Experimente beizutragen. Da wollte jeder einmal als Versuchskaninchen seinen Beitrag zur Wissensvermittlung beitragen.

So entwickelt sich der Nachmittag zu einer Show voller verblüffender Antworten für nicht alltägliche Fragen, die richtig Lust auf Wissen und auf Wissenschaft machte. „Denn wer etwas verstehen möchte, der sollte es im wahrsten Sinne des Wortes auch begreifen können“, wusste Hecker. Etwa wie man auf der Erde ein Stück Weltraum erzeugen kann, eine Lampe drahtlos zum Leuchten bringt, ein Ü-Ei explodieren lässt oder einen Luftballon feuerfest macht. Im Anschluss aßen alle gemeinsam Pizza, bevor in einer Bastelstunde „Der leckerste Motor der Welt“ mit viel Schokolade zusammengebaut und nach dem Probelauf gleich verspeist wurde.