Jubiläum

Bölinger Liederkranz feiert 150. Geburtstag

Ein Bild aus alten Tagen: Der Männergesangverein Bölingen mit Vereinsfahne im Jahr 1904.

Ein Bild aus alten Tagen: Der Männergesangverein Bölingen mit Vereinsfahne im Jahr 1904.

BÖLINGEN. Der Bölinger Liederkranz feiert sein 150-jähriges Bestehen mit Festkommers und Freundschaftssingen. Als sich der Männergesangverein am 7. Juli 1868 gründete, lautete das Ziel, Gesang und feine Töne ins Land zu bringen.

Fällt im Kreis Ahrweiler der Begriff Lätare-Konzert, heißt es im zweiten Atemzug Bölinger Liederkranz. Denn das Konzert zum vierten Fastensonntag, das schon 51 Mal über die Bühne ging, ist so etwas wie das Markenzeichen des Männergesangvereins, der am Wochenende 150-jähriges Bestehen feiert: mit Kommers am Freitag und Freundschaftssingen mit insgesamt 28 Gastchören am Samstag und Sonntag.

Grund für einen Blick in die Geschichte eines der ältesten Grafschafter Vereine. Es war ein Dienstag, als der Verein aus der Taufe gehoben wurde, der 7. Juli 1868. Sein Ziel: Gesang und feine Töne ins Land bringen. Zum Vorsitzenden wählten die Sänger damals den Förster Adam Vogt, zu ihrem Dirigenten bestellten sie den erst 18-jährigen Hubert Kündgen. So steht es in der Vereinschronik.

Und auch, dass es noch sieben weitere Jahre dauerte, bis sich die Sänger ihre ersten Statuten gaben. Danach betrug die Aufnahmegebühr eine Mark, der Monatsbeitrag 25 Pfennige. Und 25 Jahre musste der Männergesangverein, der damals noch nicht Liederkranz hieß, alt werden, bis eine Fahne angeschafft wurde. Diese ist heute noch erhalten und trägt das Motto „Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede“.

Bis zum Ersten Weltkrieg blühte das Vereinsleben. Es gab Waldfeste und Theateraufführungen. Auch war die Sängerschar oft zu Gast bei anderen Vereinen in der näheren und weiteren Umgebung. So feierten denn auch beim Diamantjubiläum 1928 elf Gesangvereine mit. Der Verein zählte damals 30 aktive Sänger und 14 inaktive Mitglieder.

Groß wurde auch der 100. Geburtstag gefeiert

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Neuanfang. Adam Ulrich war es, der am 26. April 1947 den Verein mit 42 alten und neuen Sängern reaktivierte. Ganz groß wurde dann vor 50 Jahren der 100. Geburtstag des Vereins gefeiert. Und auch eine besondere Ehrung gab es: Am 26. Mai 1968 ehrte der damalige Kultusminister Bernhard Vogel die Bölinger Sänger mit der Zelter-Plakette. Der große Geburtstag selbst wurde im Juli in einem 1000-Mann-Zelt am Waldrand gefeiert. 28 Gastvereine gratulierten mit einem Freundschaftssingen und Landrat Heinz Korbach mit dem Wappenschild des Landes Rheinland-Pfalz.

Es folgten Konzertreisen nach England als „Botschafter der Musik“. Denn unter dem Vorsitz von Eberhard Radermacher hatte der Chor eine Freundschaft mit dem englischen Chor Milton Glee Club aus Portsmouth aufgebaut. Und auch bei der Bundesgartenschau 1979 in Bonn traten die Sänger von der Grafschaft auf. 1987 gab es dann eine Satzungsänderung. Damals gaben sich die Sänger den Namen, unter dem sie heute überall bekannt sind: Bölinger Liederkranz. Vorsitzender der rührigen Schar ist heute Werner Wolf, Stellvertreter ist Hans-Alfons Klodner. Der Verein hat 38 aktive Sänger (mit Projektchor 44) und 49 Fördermitglieder. Dirigent ist Raimund Jacobs aus Altenahr, als Vize-Chorleiter fungiert seit vielen Jahren der gebürtige Ahrweiler Franz-Josef „Jö“ Küls.

Der Konzert-Festkommers unter Schirmherrschaft von Landrat Jürgen Pföhler beginnt am Freitag, 22. Juni, um 19.30 Uhr in der Ringener Sporthalle.

Gratulanten sind neben dem Kreischef auch Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem, Ortsvorsteher Toni Palm und die Ortsvereine sowie Günter Nerger für den Sängerkreis Ahrweiler und Karl Wolff als Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz. Das Freundschaftssingen am Samstagabend beginnt um 18.30 Uhr in der Sporthalle, am Sonntag um 13.30 Uhr an selber Stelle.