Kindergarten "Zauberwald" in Leimersdorf

Anita Ilyas (24) aus Pakistan absolviert Freiwilliges soziales Jahr

Anita Ilyas über sich im Radfahren. In ihrer Heimat Pakistan ist das den Frauen verboten. FOTO: ALERTZ

Anita Ilyas über sich im Radfahren. In ihrer Heimat Pakistan ist das den Frauen verboten.

LEIMERSDORF. Der Kindergarten "Zauberwald" in Leimersdorf hat ungewöhnlichen Zuwachs bekommen: Anita Ilyas (24) aus Pakistan leistet dort bis herbst 2016 ein Freiwilliges soziales Jahr.

Sie war eins der Kinder, die durch das Schulprojekt "Brücken bauen - Welten verbinden" des Gymnasiums Calvarienberg, Ahrweiler, gefördert werden. Die Schule unterstützt seit acht Jahren 47 christliche Kinder in Pakistan finanziell, damit sie sich dort den teuren Schulbesuch leisten können. "Das Projekt macht enorme Fortschritte", berichtet Susanne Alertz vom Calvarienberg, die die Aktion "Brücken bauen" leitet.

Anita Ilyas sei die erste aus diesem Projekt, die die Schule mit dem Bachelor abgeschlossen hat und nach Deutschland kommen konnte, um hier ihren Erfahrungshorizont zu erweitern. Bis Anita allerdings in Frankfurt landen konnte, war es ein langer und komplizierter Weg durch die Instanzen.

Nur durch die Unterstützung von der Kindergartenleiterin Gerda Doll und ihrer Stellvertreterin, Denise Herrndorf, die sich bereit erklärt hatten, das Austausch-Experiment des Calvarienberges mitzumachen und Anita bei sich im Kindergarten als FSJlerin aufzunehmen, konnte der Plan gelingen.

Vier Familien nehmen Anita auf

Michael Schneider, erster Beigeordneter der Gemeinde Grafschaft, stellte den Kontakt zum Gymnasium her und förderte das globale Projekt. Auch der Rotary-Club Bad Neuenahr-Ahrweiler half, indem er Anita die Kosten für den Hinflug spendete. Vier Familien von Schülerinnen des Calvarienbergs nehmen Anita Ilyas abwechselnd bei sich auf.

An ihrer neuen Wirkungsstätte im "Zauberwald" ist sie angekommenen. "Ich bin froh mit den Kindern arbeiten zu können und von ihnen Deutsch zu lernen. Sie sind meine Freunde", sagt die 24-Jährige. sie. Ihre Hobbys sind Kochen und Kricketspielen.

Zurzeit übt sie Fahrrad fahren. "Das ist in Pakistan für Frauen verboten, aber hier dringend nötig", sagt die junge Frau, die doch etwas das pakistanische Essen vermisst. Auch ihren ersten Hilfseinsatz für Flüchtlinge im Kreis Ahrweiler hat sie schon absolviert. Sie hat das Urdu von pakistanischen Flüchtlingen ins Englische übersetzt, damit es dann der Dolmetscher ins Deutsche bringen konnte.