Trauer um 15-jährigen Schüler

Alle Maifeiern in Nierendorf nach Unglück abgesagt

Im Vordergrund ist die verschlossene Grube zu sehen, in der der Jugendliche arbeitete.

Im Vordergrund ist die verschlossene Grube zu sehen, in der der Jugendliche arbeitete.

Nierendorf. Nierendorf steht nach dem Tod eines 15-jährigen Jungen beim Maibaumaufstellen unter Schock. Alle Maifeiern wurden abgesagt, im kommenden Jahr soll es keinen Maibaum geben.

Der Tod eines 15-jährigen Schülers im Grafschafter Ortsteil Nierendorf hat den gesamten Ort in tiefe Trauer versetzt. „Wir sind alle in einer Schockstarre“, so der Nierendorfer Udo Klein, der als SPD-Vorsitzender in der Kommunalpolitik aktiv ist. Vor dem Hintergrund des tragischen Ereignisses in Nierendorf regte die SPD-Fraktion nun an, in Erwägung zu ziehen, die Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag zu verschieben, teilte Klein mit. Eine für Dienstag terminierte Ortsbeiratssitzung wurde bereits abgesetzt.

„Aus unserer Sicht wäre es momentan nicht möglich, die strittigen Punkte auf der Tagesordnung unbelastet und der Situation angemessen zu diskutieren. Einerseits verlangen einige Tagesordnungspunkte eine kontroverse Diskussion, andererseits ist dies angesichts des Unglücks unangebracht“ . Aus dem Ortsteil Niererdorf stammen allein sechs Ratsmitglieder. Denkbar wäre für Klein auch, dass sich der Gemeinderat trifft, dem beim Aufstellen des Maibaums verunglückten Jungen gedenkt und dann wieder auseinander geht. Bürgermeister Achim Juchem schloss sich dem an und sagte die Gemeinderatssitzung ab. Der SPD-Anregung folgend, will man sich jedoch zu einem stillen Gedenken im Rathaus treffen.

Trauerbewältigung im Ringener Rathaus

Wie Juchem mitteilte, sind alle Maifeierlichkeiten in Nierendorf abgesagt. Auch soll im nächsten Jahr auf die Aufstellung eines Maibaums verzichtet werden. Dies kündigte der Nierendorfer Ortsvorsteher Josef Braun an. In der gesamten Grafschaft gibt es derzeit die Überlegung, die Maibaumaufstellung zumindest in diesem Jahr in allen Ortsteilen ausfallen zu lassen.

Am Montagabend hatte Juchem Jugendliche – insbesondere diejenigen, die Augenzeuge des schlimmen Unfalls gewesen sind – in das Rathaus eingeladen. „Die Stimmung war extrem gedrückt", so der Bürgermeister. Gemeinsam mit dem Pfarrer und Notfallseelsorgern sei Trauerarbeit betrieben worden. 80 Jugendliche – weit mehr als erwartet – seien gekommen. „Keiner war alleine. Es wurde in Ruhe miteinander geredet“, so das Gemeindeoberhaupt. Im Anschluss seien viele in die benachbarte Kirche gegangen. Zum stillen Gebet. Die Familie des getöteten Jungen habe derweil erklärt, sie gebe keinem die Schuld an dem Unglücksfall.