Handwerk in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Zur Meisterschule und ins Nationalteam

Ehrung: (von links) Fritz Langenhorst, Thomas Theisen, Elmar Schmitz, Alexander Baden, Antje Harz, Markus Müller und Francois Etscheid.

Ehrung: (von links) Fritz Langenhorst, Thomas Theisen, Elmar Schmitz, Alexander Baden, Antje Harz, Markus Müller und Francois Etscheid.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Deutschlands beste Gesellin im Maler- und Lackiererhandwerk, Antje Harz, kommt aus Ramersbach. Bei einem Festabend zu ihren Ehren erhielt sie viel Lob von ihren zahlreichen Unterstützern.

Erfolgreiche junge Menschen gilt es in allen Bereichen besonders zu fördern. „So habe ich mit 20 Jahren meinen ersten Profivertrag im Radsport unterschrieben“, erzählte Marcel Wüst. Es folgten 110 Siege im Sattel, dabei waren auch mehrere Etappensiege bei der „Tour de France“. 20 Jahre alt ist auch Antje Harz. Die Malergesellin aus Ramersbach kann ebenfalls bereits auf Erfolge zurückblicken, ist sie doch aktuelle Bundessiegerin der Maler- und Lackierer. Nachdem sie auf Innungs-, Bezirks- und Landesebene die Vergleiche mit neuen Gesellen für sich entscheiden konnte, holte sie in Fulda nun den Bundestitel.

Deshalb veranstaltete die Maler- und Lackierer-Innung des Kreises in Walporzheim einen Ehrungsabend, zu dem zahlreiche Gratulanten, Gönner und Sponsoren gekommen waren. Ex-Radprofi Wüst, ein Freund von Innungsmeister Francois Etscheid, hielt die Laudatio. Wüst betonte die Parallelen der jungen Malerin zu seiner eigenen sportlichen Karriere, sprach von „ganz tollen Bildern“, die beim Bundesentscheid entstanden, die die Passion und Leidenschaft von Antje Harz für ihren Beruf ausdrückten und die auf einen erfolgreichen zukünftigen Weg schließen ließen.

Dass hinter der Berufswahl reiner Zufall steckte, betonte Wüst auch. Gegen den Willen der Schule war Harz nämlich am „Girls Day“ zu ihrem Onkel, dem Malermeister Wolfgang Harz gegangen, um einen Einblick in den „Männerberuf“ Maler und Lackierer zu gewinnen. Fasziniert davon folgte später eine Ausbildung im Bad Neuenahrer Malerbetrieb von Rolf Bugdoll mit den zahlreichen Erfolgen zum Ende der Lehre.

Der künftige Weg von Antje Harz ist vorgezeichnet: Schon bald möchte sie die Meisterschule besuchen, um dann später einmal den Betrieb des Onkels übernehmen zu können. Dass ihr zahlreiche Gönner und Sponsoren diesen Weg ebnen wollen, wurde beim Festakt klar. So gebe es seitens der Handwerkskammer bereits eine sogenannte Meisterprämie zur Unterstützung der Fortbildung, berichtete Hauptgeschäftsführer Alexander Baden. Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rhein Ahr Eifel, sagte der jungen Malerin ein mit 1000 Euro dotiertes Stipendium für die Meisterschule zu und betonte, dass die Bank bislang nur angehenden Studenten Stipendien zugesagt habe.

Den Betrag der Bank verdoppelten die Maler- und Lackierer-Innung, das Unternehmen Farben Klos und die Innungskrankenkasse auf 2000 Euro. Dazu gab es Präsente von zahlreichen weiteren Unternehmen. Und auch der Kreis gratulierte. Kreisbeigeordneter Fritz Langenhorst betonte, Antje Harz habe nicht nur eine besondere Leistung vollbracht, sie habe damit auch die Fahne des Landkreises und des Handwerks in der Region hochgehalten.

Vor der Weiterbildung zur Meisterin steht für Antje Harz nun noch eine ganze Reihe anderer Termine an. Denn dem Bundessieg folgt nun als nächstes ein europäischer Wettbewerb der jungen Gesellinnen und Gesellen. Und wer dort erfolgreich ist, kann sogar an einer entsprechenden Weltmeisterschaft teilnehmen.

Zudem bot ihr der Geschäftsführer des Fachverbands Farbe, Gestaltung und Bautenschutz Rheinland-Pfalz, Norbert de Wolf, einen Platz im Maler-Nationalteam an und lud die junge Gesellin zu einer Reise des Vereins „Geselle trifft Gazelle“ ins rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda an.