Begegnung und Bildung

Zehn Jahre Mehrgenerationenhaus im Ahrtal

Freuen sich über den runden Geburtstag: (von links) Nils Zimmermann (Neuwied), Beatrix Simon-Röder (Neuwied), Erika Heinen (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Felicitas Flöthner (Koblenz).

Freuen sich über den runden Geburtstag: (von links) Nils Zimmermann (Neuwied), Beatrix Simon-Röder (Neuwied), Erika Heinen (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Felicitas Flöthner (Koblenz).

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) im Ahrtal feiert zehnjähriges Bestehen. Viele Bürger erleben es "wie ein öffentliches Wohnzimmer“, sagt Erika Heinen, geschäftsführende Leiterin der Familienbildungsstätte Bad Neuenahr-Ahrweiler.

„Wie ein öffentliches Wohnzimmer“, lautet die Antwort von Erika Heinen, geschäftsführende Leiterin der Familienbildungsstätte Bad Neuenahr-Ahrweiler, auf die Frage, wie die Besucherinnen und Besucher das Mehrgenerationenhaus im Ahrtal beschreiben.

In diesem Jahr feiert das Konzept der Mehrgenerationenhäuser (MGH), welches von der Bundesregierung initiiert wurde, zehnjähriges Bestehen. Bad Neuenahr-Ahrweiler, Koblenz und Neuwied sind von Anfang an mit dabei. Der Fokus der MGH liegt auf der Begegnung von Menschen und der Selbstermächtigung von Ehrenamtlichen. Zudem sind die Häuser Bildungsanbieter. „Bildung ist auch ein Auftrag der Familienbildungsstätten, bei denen die MGH in Koblenz, Neuwied und Bad Neuenahr-Ahrweiler angegliedert sind“, erklärt Nils Zimmermann, Leiter der Familienbildungsstätte in Neuwied.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist das MGH zudem ein ökumenisches und kommunales Projekt. „Die evangelische Kirchengemeinde, die Stadt und der Kreis sind ebenfalls Kooperationspartner des Hauses“, erklärt Erika Heinen die Struktur. „Die Stadt hat damals gesagt: Das ist genau das, was wir brauchen, um die Generationen zusammenzubringen.“ Diese Trägervielfalt sei ein Merkmal der Häuser, erklärt die Koordinatorin des MGH Neuwied Beatrix Simon-Röder; so sind auch Kultur- und Sportinitiativen, Kindertagesstätten und unterschiedliche Religionsgemeinschaften darunter. „Für uns passt das Konzept sehr gut, weil es genau unserem Leitbild entspricht: Alle Menschen sind willkommen. Mehr als 50 Nationen besuchen uns. Das zeigt die Offenheit, die wir gerne leben und die unserer christlichen Wertevorstellung entspricht“, sagt Zimmermann.

Angebote von offenen Treffs

Der Begegnungscharakter zeigt sich unter anderem durch die Angebote von offenen Treffs, aber auch Beratungsangebote anderer Kooperationspartner wie dem Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM), der Caritas, dem Seniorennetzwerk, der Lebensberatung und dem Mieterschutzbund sowie der Volkshochschule in den Räumen der MGHs zeichnen diese aus. „Es sind sicherlich an die 40 Anbieter, die den Ort nutzen“, schätzt Erika Heinen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler befindet sich das MGH zusammen mit der katholischen Familienbildungsstätte und der evangelischen Kita unter einem Dach. „Wir haben ein großes selbstverständliches Miteinander. Das verdeutlicht den Begegnungscharakter“, sagt Erika Heinen.

Dazu gibt es in Bad Neuenahr-Ahrweiler unter anderem einen Spiele- und einen Elterntreff sowie einen Handarbeitstreff. „Dieser läuft komplett in Eigenregie der Ehrenamtlichen“, erklärt Erika Heinen. Nils Zimmermann berichtet von einem „Spanisch-Konversationstreff“, den zwei Südamerikanerinnen seit einem halben Jahr leiten. Ein spezifisches Angebot des MGH sei das Lerncafé, berichtet Felicitas Flöthner, geschäftsführende Leiterin der Familienbildungsstätte in Koblenz.

„Hier geht es um eine Grundbildung. Wir schauen mit den Menschen zusammen, was für sie wichtig ist. Wir bieten dann Begleitung und Orientierung beispielsweise bei Bewerbungsunterlagen oder der Organisation ihres Haushaltsgeldes“, so Flöthner. „Im MGH bekommt man schnelle, unbürokratische und qualitativ hochwertige Hilfe“, erklärt die Neuwieder Koordinatorin das Konzept. Es gibt Förder- und Unterstützungsprogramme aller Art.

Die Engagierten werden fachlich durch erfahrene Ehrenamtliche und Hauptamtliche begleitet. „Daneben gibt es die Möglichkeit, kostenlose Schulungen zu besuchen“, erklärt Beatrix Simon-Röder. „Darüber hinaus ist es uns wichtig, den Ehrenamtlichen über den fachlichen Austausch hinaus Gemeinschaft zu bieten. Denn das Ehrenamt soll keinen beruflichen Charakter erhalten“, sagt Erika Heinen.