Annika Schooß

Vorbereitung zur Wahl der Deutschen Weinkönigin laufen

KREISSTADT. Ahrweinkönigin Annika Schooß bereitet sich auf die Wahl zur Deutschen Weinkönigin vor. Ein Kamerateam begleitet sie ins Klassenzimmer der 3 d der Grundschule Bad Neuenahr.

Im Klassenzimmer der 3 d der Grundschule Bad Neuenahr sieht es aus wie im Weinberg. Rebstock, Schlotte, Schiefer und Trauben sind keine Deko, sondern Lernmaterial zum Anfassen und Probieren. Wen wundert's, heißt die Klassenlehrerin doch Annika Schooß (28), die erst Burgundia von Ahrweiler, dann Ahrweinkönigin war und sich im September zur Wahl der Deutschen Weinkönigin stellt. Und noch weniger überrascht es, dass die gelebte Heimatkunde dazu führt, dass ein Team des SWR-Fernsehen um Regisseur Wolfgang Junglas mit Tontechniker Stephan Plöger und Kameramann Lars Reuther die Requisiten, die das Ahrtal ausmachen, in Bild und Ton festhalten.

Einen ganzen Tag lang wird Schooß, unterstützt im „Off“ von Freund Patrick Schmitz, gefilmt, um sie bei den ausgestrahlten Porträts der zwölf Kandidatinnen (siehe Infokasten) von ihrer besten Seite zu zeigen und auch der Jury, die am Ende über die Vergabe der Krone entscheidet, zu überzeugen. „Ihr müsst Euch also nicht wundern, wenn sie alles richtig gemacht hat und wir aber trotzdem sagen 'bitte noch mal'“, erklärt Junglas den Kindern.

Seit 20 Jahren ist der Redakteur eng mit der Wahl der höchsten deutschen Weinrepräsentantin verbunden. „Ich habe vor Jahren schon Frank Elsner für 'Wetten, dass' vorgeschlagen, dass ich nur am Wangenkuss jede Deutsche Weinkönigin erkennen kann“, witzelt Junglas. „Frau Schooß, sollen wir laut oder leise reden?“, fragt ein kleines Mädchen, während ihr Mitschüler erklärt, „dass die Trauben zur Weinproduktion gesammelt werden“. „Gut geschauspielert“, wird die Ahrweinkönigin, die ein Fanbus mit 72 Schlachtenbummlern nach Neustadt begleiten wird, wenig später gelobt.

Durchs Ahrtor, ihre Hut, schiebt sie in der nächsten Szene ihren Patenonkel Volker Schoohs im Rollstuhl. „Das ist seit vielen Jahren Tradition. Wir setzen uns mit einem Eis auf den Marktplatz.“ Von ihrem Hobby, der Malerei, erzählt sie in dem Trailer im Kloster Marienthal, wo ihre Staffelei aufgebaut ist. Zeitlich eng getaktet geht es ins Marienthaler Weinhaus Kriechel. Dort setzt sie zum ersten Mal an diesem Tag die Krone auf. Für Freunde, darunter auch Paul Gieler, der sie wie Alexander Kohnen vom International Wine Institut mit reichlich Fachwissen füttert, ist eine Weinprobe organisiert.

„Wein Casino“ heißt die Einstellung im Familien-Weingut von Peter Kriechel. Schwarze Gläser verraten nichts über den Inhalt, doch wer über eine gute Sensorik verfügt, der erkennt, ob Weiß- oder Rotwein, ausgebaut im Edelstahltank oder Barrique. Das viele Büffeln für die Wahl, die Übernahme einer ersten eigenen Schulklasse, das alles nimmt Annika Schooß ziemlich in Anspruch. Ist sie doch jemand, der es gerne auf ihre ruhige und wohlüberlegte Art perfekt machen möchte. Der Stylist hat ihr für den Vorentscheid ein Businesskleid in greller Farbe empfohlen. „Mal sehen, ob sie dabei bleibt“, unkt ihr Freund.

Die letzte Szene nach neun Stunden muss nicht gestellt werden. Da Annikas Onkel Peter Kriechel gerade zum zweiten Mal Vater geworden ist, war ohnehin ein Grillfest mit Familie und Freunden im Olivenhain geplant. Das ist der beste Abschluss des aufregenden Tages im Kreis ihrer Unterstützer, den sie sich nur wünschen kann.