Banken wollen fusionieren

Volksbanken für Fusion in den Startlöchern

KREIS AHRWEILER. Die Volksbanken Rhein-Ahr-Eifel und Koblenz Mittelrhein streben den Zusammenschluss an. Das teilten die Vorstandsvorsitzenden Elmar Schmitz (Rhein-Ahr-Eifel) und Walter Müller (Koblenz Mittelrhein) am Freitag in Koblenz mit.

Die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel und die Volksbank Koblenz Mittelrhein planen die Fusion. Wobei die Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler als Übernehmende auftritt. Denn mit einer Bilanzsumme von 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 und 95 563 Mitgliedern ist die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel deutlich größer als ihr Koblenzer Gegenstück mit einer Bilanzsumme von 745 Millionen Euro im Vergleichszeitraum und 22 221 Mitgliedern. Über die Fusion entscheiden im Frühsommer 2019 die Vertreterversammlungen beider Banken. Das teilten die Vorstandsvorsitzenden Elmar Schmitz (Rhein-Ahr-Eifel) und Walter Müller (Koblenz Mittelrhein) am Freitag in Koblenz mit.

Koblenz soll im Falle des Zusammenschlusses dann Bad Neuenahr-Ahrweiler als Hauptsitz ablösen. Verwaltungssitze werden die Kreisstadt an der Ahr und Mayen sein. Nach einer Fusion käme die neue Bank auf eine Bilanzsumme von rund 3,3 Milliarden Euro, rund 118 000 Mitglieder, 180 000 Kunden und 700 Mitarbeiter in insgesamt 52 Filialen. Das Eigenkapital beziffern die Vorstände mit 350 Millionen Euro. Der Zusammenschluss könnte vorbehaltlich der Zustimmung der Delegiertenversammlungen beider Genossenschaftsbanken zum 2019 wirksam werden.

Es wäre dann die insgesamt 78. Fusion seit der Gründung des Darlehensvereins in Antweiler im Jahr 1866, die als Keimzelle der heutigen Volksbank Rhein-Ahr-Eifel gilt. An der Gründung vor 152 Jahren mischte auch Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der als geistiger Vater Ideengeber des Genossenschaftswesens gilt, persönlich mit.

Durch die Fusion käme die neue Bank dann bei den Volksbanken in Rheinland-Pfalz auf den dritten Platz. Den ersten Rang nimmt Mainz mit einer Bilanzsumme von mehr als vier Milliarden Euro ein, gefolgt von Speyer-Worms mit 3,5 Milliarden Euro.

„Wir sind verliebt, wollen heiraten, brauchen aber noch die Zustimmung der Eltern“, umschrieb Elmar Schmitz das kommende Prozedere. Denn mit einer Fusion liebäugeln Vorstände und Aufsichtsräte schon seit Jahren. Doch der Souverän sind eben die Vertreterversammlungen, ohne die es bei Genossenschaftsbanken nicht geht. Da wollen die Vorstände beider Banken in den kommenden Monaten Überzeugungsarbeit in den Regionalkonferenzen und bei den Mitgliedern leisten.

So erklärte denn auch Müller am Freitag in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle: „Beide Banken sind grundsolide aufgestellt und wirtschaftlich gesund. Doch gemeinsam können wir noch mehr erreichen. In einem Zusammenschluss aus der Stärke heraus sehen wir vielfältige Chancen für unsere Mitglieder, Kunden, Mitarbeiter und die Region. Gerade jetzt, wo wir wirtschaftlich erfolgreich sind, haben wir auch die Spielräume dazu, langfristig zu denken.“ Durch die Verschmelzung entstünden starke Synergieeffekte, gleichzeitig wäre eine tiefere Spezialisierung von Mitarbeitern möglich.

Wichtig für ihn und seinen Kollegen von Rhein-Ahr-Eifel: Es wird keinerlei betriebsbedingte Kündigungen bei den 700 Mitarbeitern geben. „Wir brauchen Nachwuchs, denn in den kommenden Jahren gehen 30 bis 40 Mitarbeiter pro Jahr in den Ruhestand. Den Zusammenschluss wollen wir nutzen, um uns als attraktiver Arbeitgeber und Top-Ausbildungsbetrieb in der Region zu positionieren“, gab Elmar Schmitz die Marschrichtung vor.

Der Vorstandsvorsitzende, der auch künftig sein Büro in Mayen hat: „Durch die Verschmelzung würde die Bank größer werden. Das bedeutet aber nicht, dass wir unser Prinzip der Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden aufgeben – ganz im Gegenteil. Über unsere Regionalmärkte und -beiräte bleiben wir trotz der Größe der neuen Bank nah an unseren Kunden im gesamten Geschäftsgebiet und sorgen für kurze und schnelle Entscheidungswege – egal ob es um Finanzierungsfragen geht oder die Förderung von gemeinnützigen Projekten.“

Im Falle einer Verschmelzung würde es vier Regionalmärkte geben: Ahr-Brohltal, Eifel, KoblenzMittelrhein-Mosel und MayenRhein. Dabei decke der Regionalmarkt Koblenz-Mittelrhein-Mosel den allergrößten Teil des Geschäftsgebiets der Volksbank Koblenz Mittelrhein ab und erstreckt sich von der Stadt am Deutschen Eck bis kurz vor Andernach. Über die Regionalbeiräte werde zusätzlich eine aktive Mitbestimmung durch die Vertreter respektive die Mitglieder sichergestellt. Bislang hat die Koblenzer Bank im Kreis Ahrweiler zwei Filialen: Sinzig und Oberwinter. Diese sollen dann dem Regionalmarkt Ahr-Brohltal zugeschlagen werden.

„Wir wollen gemeinsam eine starke regionale, zukunftsfähige und attraktive Genossenschaftsbank sein“, sind sich die Vorstände einig, die nach einer Fusion als Quintett auftreten wollen. Dem neuen Vorstand sollen neben Schmitz und Walter Müller auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Sascha Monschauer und Markus Müller von der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel und Stephan Breser aus Koblenz angehören.