Investor zieht sich zurück

Verkauf des Klosters Calvarienberg ist geplatzt

Geplatzt ist der Verkauf von Kloster und Kirche, weil die Vorstellungen von Stadt und Investor zu unterschiedlich waren. GAUSMANN

Geplatzt ist der Verkauf von Kloster und Kirche, weil die Vorstellungen von Stadt und Investor zu unterschiedlich waren. GAUSMANN

AHRWEILER. Zurück auf Null: Die Aachener Landmarken AG zieht sich als Invester und Projektentwickler beim Verkauf des Ahrweiler Klosters Calvarienberg zurück. Die Ursulinenkongregation muss nun einen neuen Käufer suchen.

Der Verkauf des Ahrweiler Klosters Calvarienberg ist geplatzt. Das Tischtuch zwischen dem Investor, der geplanten Landmarken AG Aachen, und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist zerschnitten. Nach jahrelangen Verhandlungen und Planungen, die bis ins Jahr 2014 zurückreichen, waren letztendlich die Vorstellungen von Stadt und Käufer zu unterschiedlich. Dass sie die geplante Entwicklung des Klosters Calvarienberg sowie angrenzender Wohngebiete nicht weiter verfolgen wird, darüber hat die Landmarken AG die Ursulinenkongregation als Verkäufer sowie die Stadt, die das Baurecht schafft, informiert. Mit den Ursulinen habe zwar Einigkeit über den Kauf des Klosters und angrenzender Grundstücke bestanden. Dieser stand jedoch unter dem Vorbehalt einer nachhaltigen Entwicklungsmöglichkeit.

In einer gemeinsamen Presseerklärung äußerten sich am Dienstagmorgen alle drei Beteiligten. „Wir respektieren, dass die politische Mehrheit in Bad Neuenahr-Ahrweiler andere Vorstellungen hat als wir, sehen jedoch angesichts der gemachten Vorgaben und es fehlenden Rückhalts keine Möglichkeit, unser Projekt nachhaltig entwickeln zu können“, so Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling. Er bringt sein großes Bedauern wie folgt auf den Punkt: „In dieses tolle Klosterensemble haben wir nicht nur viel Geld investiert, sondern auch viel Herzblut durch das ganze Team.“

Für die Bausubstanzprüfung, architektonische Planung und Konzeptentwicklung, aber auch fpr geforderte Gutachten, hatte die Landmarken AG eine hohe sechsstellige Summe investiert. Das Risiko, mit vielen offenen Fragen in einen für sie unsicheren Ankauf zu gehen, wollte die Landmarken AG nicht eingehen. Projektleiterin Leonie Heuschäfer zu dem nicht einfachen Schritt: „Wir hatten von Anfang an nicht nur einen guten Draht zu den Ursulinen. Sondern das Kloster selbst ist uns wie der ganze Calvarienberg ans Herz gewachsen.“

Landmarken AG stellt Gutachten und Planungen zur Verfügung

Dem stimmt auch Vorstand Kreiterling in der Erklärung zu: „Sakrale Denkmäler sind besonders emotional. Sich in die Historie und Würde solcher Gebäude hinein zu denken und eine angemessene Nachnutzung zu entwickeln und die Spiritualität des Raumes zu erhalten, ist eine besondere Herausforderung, die wir an anderer Stelle schon gut und gerne gemeistert haben.“

Damit auch die Ursulinen, die im Gespräch mit den Projektentwicklern Verständnis für deren Entscheidung zeigten, nicht mit leeren Händen dastehen, wird ihnen die Landmarken AG alle ihr zur Verfügung stehenden Gutachten und Planungen kostenfrei überlassen. Kreiterling: „Wir wünschen den Ursulinen, dass sie baldmöglich eine für sie befriedigende Lösung finden.“

Auch von Seiten der Stadt wird die Nachricht mit Bedauern entgegengenommen. „Unterschiedliche Auffassungen in einzelnen Sachfragen stehen einem gemeinsamen Ziel nicht im Wege. Auch von unserer Seite ist viel Herzblut und Zeit in die Sache geflossen. Für die Stadt galt es indes, die Interessen des Investors und die öffentlichen Interessen gegeneinander abzuwägen“, so Bürgermeister Guido Orthen.

Entscheidung der Landmarken AG kam für die Stadt überraschend

Der Stadtrat kam in seiner öffentlichen Sitzung vom 24. Mai zu dem Schluss, dass das vorgelegte Entwicklungskonzept der Landmarken AG aktuell noch nicht entscheidungsreif sei und beauftragte die Verwaltung mit ergänzenden Verhandlungen mit dem Ziel einer zeitnahen einvernehmlichen Lösung. Dies wurde der Landmarken AG auch so mitgeteilt. Von daher kam die Entscheidung von dort in diesem Stadium der Verhandlungen für die Stadtverwaltung überraschend. „Nun gilt es, mit Kongregation der Ursulinen und den Schulen weiterhin zielgerichtet an der Folgenutzung des Klosters und den umliegenden Flächen zu arbeiten“, so der für das Projekt in der Stadtverwaltung Verantwortliche, Alfred Bach, Abteilungsleiter Stadtplanung.

Uneinigkeit bestand unter anderem in der Frage der Zuwegung, des Konzeptes für die Vermarkung der neu entstehenden Baugrundstücke und der Baurechtschaffung. Die Ursulinen sind sehr enttäuscht, dass Stadt und Landmarken AG keine Basis für eine abgestimmte Projektrealisierung finden konnten. Durch die Absage muss nunmehr die Investorensuche wieder neu aufgesetzt werden. Die Ursulinen werden sich dieser Aufgabe im Sinne der langfristigen Sicherung ihrer beiden Schulen auf dem Berg stellen, so die Erklärung. Generaloberin Schwester Maria Monheim betont, dass der Bestand der Schulstiftung Calvarienberg Ahrweiler trotz der Entscheidung nicht gefährdet ist.