Generationenwechsel

Verein Ahrtal-Tourismus hat neuen Vorsitzenden gewählt

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Der Verein Ahrtal-Tourismus hat einen neuen Vorsitzenden. Am Donnerstagabend wurde der Bad Neuenahrer Hotelier Christian Lindner einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt.

Die 52 Wahlberechtigten im Gartensaal des Steigenberger Kurhotels bestellten zudem Peter Kriechel aus Ahrweiler zum neuen Vertreter der Weinwirtschaft. Dieser folgt im Amt auf den Winzer Marc Adeneuer.

An der Spitze ist folglich ein Generationenwechsel vollzogen. Und eine Art Generationenaufgabe sieht Lindner mit der Landesgartenschau 2022 auf die Kreisstadt zukommen. „Denn das, was jetzt geschaffen wird, soll nachhaltig für folgende Generationen sein“, sagte der Hotelbetriebswirt, der damit schon die Zeit nach der Landesgartenschau im Blick hatte. „Wir legen heute den Grundstein für die nächsten 30 Jahre. Es wird eine spannende Zukunft für Stadt und Region, eine gute Zukunft.“

Neue Spitze, neuer Standort: Die Tourist-Info Bad Neuenahr wird im Mai an die Kurgartenstraße ziehen. Dies quasi als Partner in der Geschäftsstelle der Heilbad GmbH. „Wir wissen zwar, dass die Gebäude am Rand des Kurparks vor der Landesgartenschau abgerissen werden, wollen aber schon jetzt auf Synergien setzen“, sagte Geschäftsführer Andreas Wittpohl. Ziel sei auch für später eine gemeinsame Unterbringung im Kurviertel, „denn dort gehört eine Tourist-Info hin und nicht, wie früher, an den Bad Neuenahrer Bahnhof“.

Frühere Zeiten sehnt sich kein Touristiker zurück, Zeiten in denen Sonderzüge mit großem Durst in die Stadt einfielen. Qualitäts-Tourismus ist die Antwort, Qualität vereint als Marke „Ahrtal“. Das ist die in vielen Gesprächen und Workshops entstandene Strategie, die Maternus Fiedler in seiner letzten Rede als Vorsitzender mit Leben erfüllt sehen wollte: „Der Gast muss merken, dass er im Ahrtal ist. Auch an Kleinigkeiten, im Zimmer oder auf dem Tisch. Er muss erkennen, dass wir uns gemeinsam als Marke sehen und nach innen und außen mit einer Stimme sprechen.“

Als große Herausforderung sahen Fiedler und auch Bürgermeister Guido Orthen die Digitalisierung. Da gab Fiedler das Motto vor: „Ahrtal – Digital.“ Denn wer als Gastgeber künftig nicht online buchbar sei, der habe keine Chance mehr auf dem Markt. Auch aus diesem Grund werde es beim Ahrtal-Tourismus eine Fachkraft für Digitales geben, die den Mitgliedsbetrieben gerne hilfreich zur Seite stehe.

Orthen machte klar, dass Tourismus keine Pflichtaufgabe der Kommunen sei, sondern Wirtschaftsförderung. Ersteres sei eine „unselige Diskussion auf Landesebene“, er wünsche sich eine Stärkung der bestehenden touristischen Regionen statt Versuchen wie auf dem Hunsrück, durch eine Hängebrücke eine neue touristische Region schaffen zu wollen.

Das soll im Ahrtal durch klare Attribute als Marke geschehen, unterstrich Fiedler: „Vielfältig, natürlich, ursprünglich, entspannt, authentisch, lebensfroh, regional und kompetent.“ Dies in allen Bereichen vom Bunkermuseum über Küche, Wein, Wellness bis zu Landschaft und Historie – und das dann für die ganze Familie. Denn eine „Verjüngung des Publikums“ ist auch das Ziel von Lindner. Dies aber, ohne die älteren Stammgäste, die oft über Wochen blieben, zu vernachlässigen – eben auch eine Art Generationenaufgabe.