Schüler des Ahrweiler Gymnasiums

Ulrich Schmücker: Terrorist, V-Mann und Mordopfer

Ulrich Schmücker machte 1971 sein Abitur in Ahrweiler. 1974 wurde er von Terroristen ermordet.

Ulrich Schmücker machte 1971 sein Abitur in Ahrweiler. 1974 wurde er von Terroristen ermordet.

Ahrweiler . Spannend war das Herbstforum des PJG für die Schüler. Doch es hätte noch spannender sein können, wäre der Referent auf die Geschichte eines früheren Mitschülers eingegangen, hätte er sie denn gewusst.

Es ist die Geschichte von Ulrich Schmücker, Terrorist und später Opfer der Terroristen, Sohn des früheren PJG-Sportlehrers Sepp Schmücker aus Bad Bodendorf.

Ulrich Schmücker, Jahrgang 1951, machte 1971 sein Abitur am Ahrweiler Gymnasium. Im selben Jahr begann er an der FU Berlin ein Geschichts- und Ethnologie-Studium. Über eine „Schwarze Hilfe“, die Strafgefangene betreute, kam er mit Mitgliedern der Bewegung 2. Juni in Kontakt.

1972 schloss er sich dieser militanten Gruppe an. Schmücker plante, am türkischen Generalkonsulat in Bonn eine Bombe anzubringen. Bevor er diesen Anschlag verüben konnte, wurden er selbst und drei weitere Mitglieder der Bewegung 2. Juni – Inge Viett, Wolfgang Knupe und Harald Sommerfeld – am 7. Mai 1972 bei einer Routinestreife der Ahrweiler Polizei auf dem Bad Neuenahrer Moses-Parkplatz festgenommen. Im Fahrzeug war der Sprengstoff für das geplante Attentat. Nach weniger als einem Jahr Haft wurde Ulrich Schmücker „aus gesundheitlichen Gründen“ entlassen. De facto war er „umgedreht worden“. Denn Ulrich Schmücker kehrte als V-Mann des Verfassungsschutzes unter falschem Namen in die linke Berliner Szene zurück. Die Tarnung hielt jedoch nicht lange, ein Mitbewohner seiner WG ließ ihn auffliegen.

Die fatale Folge: In der Nacht zum 5. Juni 1974 wurde Ulrich Schmücker um 0.15 Uhr sterbend von einem US-Soldaten im Grunewald aufgefunden. Er war von seinen ehemaligen Gesinnungsgenossen mit einem Kopfschuss hingerichtet worden. Die Mörder wurden nie verurteilt.