Skulpturen im Kurpark

Uferlichter-Vernissage sorgte für stimmungsvolle Kunst

BAD NEUENAHR. Zelte auf der einen, Kunstwerke auf der anderen Seite säumen den Weg der Besucher der Uferlichter im Kurpark. Rund um die "Akropoliswiese" und auch in einem eigenen Zelt präsentieren noch mehr Künstler als in den Vorjahren ihre Werke.

Was früher der Skulpturenweg war, ist jetzt "LuminArt". So nennt sich auch eine neu formierte Gruppe aus acht Künstlern, die fast 100 Werke bei den Uferlichtern präsentiert: Bildhauerarbeiten aus Bronze, Ton, Metall, Stein oder Holz, mit Lichtspots beleuchtet, stehen draußen und zusätzlich kleinere Skulpturen sowie Gemälde und Druckgrafiken drinnen.

Eine "Quelle" aus Ton ist im Kurpark nun ebenso zu bestaunen wie ein "Stadtgespräch", ein "Mann unter Druck" oder ein "Himmelsstürmer". Abstrakte Werke tragen Titel wie "Koalition", "Verwindung", "Raumschleife", "Teil des Ganzen" oder "Kon-Zentration". Unweit vom auffälligen "Butterfly", einem Terracotta-Kopf voller Schmetterlinge, scheint im Künstler-Zelt ein kleiner "Goldmond" oder symbolisieren ineinander verschlungene Zahnräder einen "ewigen Kreislauf".

Gefertigt haben diese Werke Martha Barduhn, gebürtige Bad Breisigerin, aus Meckenheim, Lothar Feige aus Hannover, Elke Fries aus Koblenz, Stefanie Kellner aus Bonn, Andrea Schneider aus Neunkirchen-Seelscheid, Ulrich Schönemeyer aus Walberberg, Margret Zimpel aus Meckenheim und Gisela Thielmann aus Königswinter.

"Mit unseren und in unseren Werken bringen wir unsere Gedanken, Gefühle, Träume, Philosophien, aber auch Realitäten, Wahrheiten und Kritik zum Ausdruck", erklärte Barduhn bei der Vernissage. Mit dabei, wenn auch nicht Mitglieder der Gruppe, waren die Grafschafterin Dorle Schweiss und die Bad Bodendorferin Birgit Braun-Buchwaldt. Letztere ist wie seit Jahren mit einem eigenen Zelt bei den Uferlichtern vertreten und zeigt florale Malerei in Öl auf Leinwand sowie Mischtechniken mit Naturmaterialien auf Leinwand oder als Stele.

Oft üppige Blüten in großen Schalen arrangiert und in warmen Farbtönen gehalten fallen besonders auf. Daneben platziert hat Rudolf Buchwaldt seine Betonschalen. Dorle Schweiss lässt mit ernster Mine "Argus" das Geschehen draußen überwachen, aber auch einen "Guten Geist" hat sie für ihre Ausstellung gleich an der "Akropolis" im Kurpark ausgesucht. Außerdem hatte sie schon mal einen "Sommergruß", wenn auch nur aus Marmor, dabei.

Etwas abseits im überdachten Säulengang gegenüber dem Kurparkeingang jenseits des ruhenden Springbrunnens sitzen an einem Tisch zwei Damen in Sommerkleidung und plaudern. Sie sind aus Draht, Zement und Farbe und Arbeiten von Charlotte Suttrop-Puchstein. Die Kreisstädterin zeigte sich bei der Vernissage von "LuminArt" verärgert über die Künstlergruppe, von denen sie als Organisatorin und langjährige Uferlichter-Akteurin und ihre Mitstreiter im vergangenen Jahr einige mit in die Schau aufgenommen hätten.

In diesem Jahr habe die Gruppe "einfach so alle Plätze belegt", ohne dass vorher wie bisher üblich ein Begehungstermin stattgefunden habe. Sie fragt: "Sollen wir einheimischen Künstler das Feld räumen?" Manche von den Vorjahreskünstlern hätten keinen Platz mehr bekommen.

Auch habe es Irritationen wegen der Zuständigkeit der Vergabe gegeben. "Ich verstehe die Zurückweisung nicht", sagt Suttrop-Puchstein, wollte aber bei der Vernissage auch nicht auf die Auswärtigen zugehen. Da fehlt wohl, was derzeit auch ein LuminArt-Kunstwerk im Park ausdrückt: "Dialog".

Info: Die Gruppe "LuminArt" bietet jeweils sonntags, 15., 22. und 29. Dezember, um 19 Uhr vom Künstler-Zelt aus kostenlose Rundgänge zu ihren Kunstwerken an.