Kommentar Pflegedienste

Thema Pflege ist eine tickende Zeitbombe

Pflege zu Hause

In akuten Fällen stehen Arbeitnehmern bis zu zehn Tage zu, in denen sie sich für die Pflege eines Angehörigen freistellen lassen können

Kreis Ahrweiler. Das Thema Pflege ist eine tickende Zeitbombe und hat genauso große Sprengkraft wie die vielen Menschen drohende Altersarmut. Nicht nur die Gesellschaft ist gefordert, auch die sozialen Sicherungssysteme stehen vor einem kaum zu finanzierenden Kraftakt.

Private Vorsorge in Sachen Pflege ist kaum verbreitet. Zwar glauben 23 Prozent der Deutschen einer Studie zufolge, eine private Zusatzversicherung abgeschlossen zu haben. Doch dabei dürfte es sich meist nur um die gesetzliche Pflegeversicherung handeln. Nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherung haben nur zwei Prozent tatsächlich eine private Pflegezusatzversicherung. Daraus ergibt sich für die Zukunft ein gigantisches finanzielles Problem.

Viele Menschen wünschen sich, auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit zu Hause zu leben. Pflegende Angehörige sind aber oft stark beansprucht und zum Teil auch überlastet. Sie brauchen eine gezielte Begleitung, vor allem wenn sie zusätzlich noch für eine eigene Familie sorgen müssen und berufstätig sind.

Wer soll diese Begleitung bezahlen? Und wo wird es sie überhaupt noch beim wie ein Gewitter aufziehenden Fachkräftemangel geben? Und: Wer will in Zukunft überhaupt noch den in der Regel grottenschlecht bezahlten professionellen Dienst am Nächsten tun? Pflege durch Fachkräfte wird irgendwann zum Luxusgut, wenn nicht bald sinnvolle Konsequenzen aus dem sich abzeichnenden Szenario gezogen werden.