Große Weinvielfalt der Ahr

Tausende Besucher beim Pfingstweinmarkt in Ahrweiler

AHRWEILER. Tausende von Besuchern fanden sich am Pfingstwochenende auf dem Marktplatz in Ahrweiler ein. An zwölf Ständen präsentierten Weingüter und Genossenschaften der Ahr 150 Weine und Sekte.

Pfingsten an der Ahr, das steht für den Ahrweiler Weinmarkt und damit für den Auftakt zu einer Fülle von Wein-Events unter freiem Himmel. Der strahlte zu Beginn der vier weinseligen Tage meist in blau, das bedeutete Sonne satt tagsüber mit Schauern am Sonntag und frischen Temperaturen an den Abenden. Dass das Angebot über den klassischen Spät- und Frühburgunder hinausgeht, das bewiesen die Gastgeber an den zwölf Weinständen.

Beim ökologischen Weingut Maibachfarm hatte man beispielsweise einen Tropfen im Angebot, den es nur dort gab, nämlich eine Cuvée aus Grauburgunder und Chardonnay. „Letzterer ist an der Ahr selten zu finden, als Tipp des Tages angeboten, war der Wein einer unserer Renner“, freute sich Natalie Heinze. Das lag aber auch daran, dass es sich um einen hellen und keinen roten Wein handelte. Dabei war der aus der roten Traube entstandene Blanc de Noir bei den Winzern und Genossenschaften der meistgefragte Wein, seine Weinfest-Vormachtstellung aber schrumpft. „Bei uns ging auch ganz viel vom trockenen Riesling über die Theke“, stellte Britta Heller vom Weingut Bertram aus Dernau fest.

Im Publikum hatte sie vor allem am Samstagabend vorwiegend junge Leute ausgemacht, der Weinmarkt wurde sogar zum Treff für Junggesellinnen-Abschiede. Die Zahl der Besucher fiel geringer als in den Vorjahren aus, aber durchaus auf dem Niveau von 2017, als das Wetter durchwachsen war. „Das lag vielleicht auch daran, dass am Samstagabend noch das Pokalfinale im Fernsehen kam, danach füllte sich der Markt nämlich zusehends“, hatten die Alte-Herren-Fußballer des Ahrweiler BC eine durchaus logische Erklärung. Sie übernehmen schon seit Jahren den Ausschank fürs Weingut Kreuzberg und zeigen dabei neben Fußball- auch viel Wein-Sachverstand. Fragen von Seiten der Weintester blieben jedenfalls keine offen.

Nicht unbedingt dem Trend zu hellen Weinen folgten die Besucher am Stand des Bachemers Stefan Kurth. Er freute sich, dass auch sein angebotener Rotwein mit so ausgefallenen Namen wie „Kathinka“ oder „Pross Jupp“ ebenso Zuspruch fand. Vom Publikum war Kurth einmal mehr angenehm überrascht – eine Mischung aus Kennern, Kostern, Feiernden und Einheimischen. Sie alle hatten die Möglichkeit, in den Genuss von 150 edlen Tropfen zu kommen.

Neben Weinen und Sekten sowie diversen Imbiss-Angeboten gab es noch viele Infos über das Weinanbaugebiet Ahr. So stellten sich bei der Proklamation von Ahrweinkönigin Annika Schooß alle Ortsweinköniginnen vor. Und auch am Samstag, als Schooß und ihre Vorgängerin Irena Schmitz von Stand zu Stand zogen, um mit den Winzern zu plaudern, hatten die beiden Mikrofone dabei, die die Gastgeber gerne nutzten, um die Vorzüge von Wein, Land und Leuten zu präsentieren.

Das tat Ahrweinkönigin Annika bei ihrer ersten Autogrammstunde ebenso. „Les Bermudas“, „Noble Composition“ oder „Skybagg“ hießen die Bands, die an den Abenden auf der übermäßig mit Werbeplanen der Sponsoren „dekorierten“ Bühne in die Tasten griffen und für Tanzeinlagen auf dem Kopfsteinpflaster sorgten. Echte Hingucker waren übrigens die erhöht postierten, überdimensionalen und trotzdem filigranen, floralen Räder aus Rebenranken, die Mehmet Yilmaz von „Lersch Floraldesign“ aus Bad Neuenahr gestaltet hatte. Ein weiterer Höhepunkt am Sonntagabend war dann das große Höhenfeuerwerk aus den Weinbergen über Ahrweiler, das farbenfroh und lautstark die Saison der Weinpartys und -feste einläutete.