Stellungnahme des Investors

Seit eineinhalb Jahren laufen die Gespräche zwischen der Ursulinenkongregation und der Aachener Landmarken AG, bis es jetzt am 30. August zu einem notariellem Kaufangebot kam. Vorstand Jens Kreiterling zum GA: "Es braucht Zeit und ist eine sehr komplexe Aufgabe, einem solch wichtigen Ort für die Region eine adäquate Nutzung zukommen zu lassen. Wir wollten noch nicht in Aktion treten, zumal die Schwestern sich klar werden mussten, was sie wollen. Jetzt können wir mit Vertretern der Stadt, Bürgern, Architekten in einen Austausch treten und uns der sensiblen Aufgabenstellung widmen." Das gesamte Terrain umfasst 27 000, die beiden unbebauten Grundstücke 11 800 Quadratmeter.

"Wir machen so etwas nicht zum ersten Mal, wir haben auch die Aachener Elisabethkirche einer angemessenen Nutzung zugeführt. Oft birgt solch ein Ort mehr als nur eine Möglichkeit. Zunächst ist für die treuen Stamm-Pilger und Gläubigen wichtig, dass der Schwesternchor erhalten bleibt. Für den restlichen Klosterbereich gibt es verschiedene Konzepte. Eines könnte das 'Generationenwohnen' sein. Wer möchte nicht, von Bonn, Köln oder Rheinbach kommend, mitten in der Natur wohnen? Eine Stadt muss an die Zukunft denken und Platz schaffen für junge Familien. Das könnte ich mir zum Beispiel super gut auf dem Gelände des Klostergartens vorstellen."

Die Idee sei, so Kreiterling, dass ein Ort, ein Quartier entstünde, wo Generationen in beiderseitigem Verständnis zusammenlebten. "Nach dem Motto 'Wahlverwandtschaften'. Ich bin nicht anonym, suche Kontakt und freue mich auf den Austausch. Der Calvarienberg kann ein Ort der Gemeinschaft sein, generationsübergreifend für viele. Nicht im gläubigen Sinne, aber mit der aktuellen Aufgabenstellung zur Verhinderung der Vereinsamung. Das ist aber nur eine von vielen möglichen Nutzungskonzepten."

Nun müsse das Unternehmen, das mit zahlreichen Projekten in vielen Städten zu den namhaften Projektentwicklern in Nordrhein-Westfalen zähle, erst einmal die alte Bausubstanz kennenlernen. Der Prozess der Konzeptfindung, so schätzt Kreiterling, werde bis Februar/März 2017 dauern.

Kreiterling startete 2006 als Projektleiter bei der Landmarken AG und wurde ein Jahr später Prokurist. Nach Stationen als Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter ist er seit 2015 Vorstand und betreut schwerpunktmäßig die Bereiche Organisation und Realisierung von Projekten. Zuvor war er freiberuflich in Architekturbüros tätig und arbeitete als Wirtschaftsförderer für die Stadt Rheinbach.