Verkauf ist ausgeschlossen

Stadtmuseum in Ahrweiler vor dem Aus

Der Weiße Turm in Ahrweiler beherbergt das Stadtmuseum und gilt als ältestes Gebäude der Kreisstadt.

AHRWEILER. Die Verwaltung prüft neue Nutzung. Nur 3500 Besucher pro Jahr. Das Museum der Kreisstadt im Ahrweiler Wahrzeichen, dem Weißen Turm, ist geschlossen - Winterpause. Die Vorbereitungen für die nächste Saison laufen jedoch bereits. Dabei denkt Museumsleiterin Heike Wernz-Kaiser unter anderem an eine Hommage an den Eifelmaler Pitt Kreuzberg.

Es könnte für das Museum jedoch die letzte Saison werden. Denn der Stadtrat hat am Montagabend die Verwaltung beauftragt, "Alternativen für ein neues Nutzungskonzept" für das älteste Gebäude der Kreisstadt zu prüfen und den Gremien Vorschläge zur weiteren Beratung vorzulegen.

Basis des Ganzen war ein Antrag der FWG-Fraktion, die für das Museum "trotz eines guten und engagierten Personals kein gutes Kosten-Nutzungs-Verhältnis und keine besondere Öffentlichkeitswirksamkeit" sah. Das bestätigten Besucherzahlen, die Bürgermeister Guido Orthen dem Rat vorlegte. So wurde das Museum in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich von je 3500 Besuchern frequentiert.

Eine Crux, die auch Museumsleiterin Heike Wernz-Kaiser kennt. Sie sagte am Ddienstag: "Leider gibt es in der Kreisstadt viele Bürger, die gar nicht wissen, was wir hier im Weißen Turm haben. Sogar Hoteliers empfehlen, wenn sie von Gästen gefragt werden, eher das Arp-Museum oder die Bonner Museumsmeile als die Einrichtung hier direkt vor ihrer Haustür." Das sei schade, findet Wernz-Kaiser, die das Museum seit der Wiedereröffnung im Jahr 1993 leitet.

Laut Sicht der Stadtverwaltung soll bei der "ergebnisoffenen Prüfung" von Optionen einer Neuausrichtung untersucht werden, ob auch eine Nutzung durch Vereine oder private Initiativen möglich erscheint und gleichzeitig eine "dem historischen Gebäude angemessene Nutzung bei größtmöglicher Kostenneutralität gefunden werden kann".

Orthen: "Eine Veräußerung des das Stadtbild prägenden Gebäudes ist ausgeschlossen."Auch soll ermittelt werden, wie die städtische Sammlung künftig aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

In Letzterem sieht Heike Wernz-Kaiser eine Chance: "Wenn die Sammlung dezentral untergebracht wird, könnte das Publikumsinteresse größer werden." Denn teilweise hielten auch Animositäten unter den Stadtteilen Einheimische vom Besuch ab.

Der Weiße Turm, der erst später sein barockes Dach erhielt, wurde um das Jahr 1100 gebaut, war Sitz verschiedener Grafengeschlechter. Um 1700 zogen die "Weißen" Mönche der Abtei Steinfeld in den Turm ein, waren quasi namensgebend. 1815 ging der Turm in preußischen Staatsbesitz über und wurde von der Stadt Ahrweiler gekauft. Im Nebengebäude wurde eine "Höhere Bürgerschule" untergebracht. Vor knapp 90 Jahren wurde er Bleibe des Ahrgaumuseums.