Sommeranfang und steigende Temperaturen

So reagieren die Schulen im Kreis Ahrweiler auf die Hitze

Mit einem Salto ins kühle Nass. Das heiße Wetter sorgt für Andrang in den Schwimmbädern im Kreis.

Mit einem Salto ins kühle Nass. Das heiße Wetter sorgt für Andrang in den Schwimmbädern im Kreis.

KREIS AHRWEILER. Die Schulen im Kreis Ahrweiler gehen mit den hohen Temperaturen ganz unterschiedlich um. Die frühere 24-Grad-Regelung wurde schon 1990 abgeschafft.

Das waren noch Zeiten, als sich morgens in der großen Pause Trauben von Schülern am Nordfenster des Lehrerzimmers bildeten. Dort hing ein Thermometer. Wenn das Punkt zehn Uhr 24 Grad zeigte, dann gab es nach der vierten Stunde Hitzefrei. Da kamen schon mal Ideen auf wie „Streichholz dranhalten“ oder „heiß rubbeln“. Doch es blieb bei den schelmischen Gedanken. Alles wartete gespannt auf die Durchsage des Direx.

Das ist Geschichte. Ebenso die allgemeingültige 24-Grad-Hitzefrei-Reglung für die Schulen in Rheinland-Pfalz. Damit ist es seit dem 31. Dezember 1990 vorbei. Die neue Regelung im Schulgesetz lautet so: „Die Schulleiter entscheiden im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit für die Durchführung der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule in eigener Zuständigkeit, ob die klimatische Situation in der Schule, in einzelnen Klassen- und Fachräumen die Erteilung von Unterricht gestattet.“

Im Klartext heißt das: Die einen müssen bleiben, die anderen dürfen gehen. So hieß es zum Beispiel am Dienstagmorgen aus dem Ahrweiler Peter-Joerres-Gymnasium zu den für den Tag erwarteten 35 Grad: „Offiziell gibt es kein Hitzefrei. Über eine Verkürzung des Unterrichts wird in solchen Fällen am späten Vormittag entschieden.“

Anders läuft es am Gymnasium Calvarienberg. Die Schule hat einen Hitzeplan. Es gibt keinen Unterrichtsausfall durch hitzefrei, jedoch werden nach der vierten Stunde die Unterrichtseinheiten von 45 auf 30 Minuten verkürzt. Dann ist um 12.20 statt um 13.05 Schulschluss für alle.

 

Davon können die Kinder in der Grundschule Sankt Martin in Ringen nur träumen. „Wir sind Ganztagsschule und können daher die Kinder nicht ohne Betreuung lassen. Wir haben da keine Wahl“, hieß es gestern von der Schulleitung. „Bis 15 Uhr muss die Betreuung der Kinder gewährleistet sein“, hieß es auch von der Grundschule Sankt Sebastianus in Bad Bodendorf. Im vergangenen Jahr sei es jedoch nach einer Klärung im Vorfeld mit den Eltern vereinzelt zu verkürzten Stunden gekommen. Für dieses Jahr bestünden aber noch keine entsprechenden Absprachen und Eltern-Informationen.

Das läuft in der Aloisius-Grundschule in Ahrweiler ganz anders. Dort hat die Schulleitung auf der Homepage ein Thermometer installiert, das von den Eltern den ganzen Morgen über beobachtet werden kann. Zeigt dieses um Punkt 12 Uhr 30 Grad an, dann ist um 12.20 Uhr Schulschluss. Die Schule legt aber Wert darauf, dass dann die Kinder von den Eltern abgeholt werden: „Kein Kind darf einfach so alleine nach Hause gehen.“

Ein Fremdwort ist Hitzefrei hingegen für die 2500 Azubis in den Berufsbildenden Schulen in Bad Neuenahr. Für sie ist Schulzeit reguläre Arbeitszeit, denn in den Betrieben gibt es auch kein Hitzefrei. Die Einzigen, die sich selbst Hitzefrei geben können, sind die Studenten am RheinAhrCampus in Remagen. Übrigens: Am Dienstag ist Sommeranfang. Da lohnt ein Besuch im Freibad – ob Hitzefrei oder eben nicht – auf jeden Fall. Denn es soll heiß bleiben.