Gymnasium Calvarienberg

Schüler machen bei der bundesweiten Juniorwahl mit

15.05.2014 AHRWEILER. "Gehst du wählen?" "Ja." "Wen?" "Sag ich dir nicht." So verlief der Dialog zweier Schülerinnen des Ahrweiler Gymnasiums Calvarienberg. Sie sind zwar für die Europawahl zu jung, nicht aber für die Juniorwahl.

Diese stand im Vorfeld des Wahlsonntags, 25. Mai, einen Tag lang im Mittelpunkt des Interesses der Pennäler. Denn 360 Schüler der Jahrgangsstufen neun bis zwölf waren zur Teilnahme am bundesweiten Projekt Juniorwahl aufgerufen - online versteht sich.

Vier Stunden lang konnten die Schüler in vier PC-Wahlkabinen "fast wie im richtigen Leben" ihre Stimmen abgeben. Und von wegen "Politik interessiert nicht": 80 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Ein Ergebnis, wovon andere Wahlleiter nur träumen können, fand auch Organisator und Sozialkundelehrer Werner von Schaaffhausen.

Er berichtet: "Schüler des Sozialkunde-Leistungskurses haben sich des Themas angenommen, um im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament politisches Interesse zu wecken und ihre Mitschüler zu informieren. Dafür hat der Kursus aus der zwölften Klassenstufe Pinnwände gestaltet, mit Texten, Karten und Fotos bestückt." Das kam an, denn an den Info-Tafeln herrschte zumindest teilweise Belagerungszustand.

Auch im Wahllokal, wo die Unterprimaner Laura Stenz, Manuel Opfer, Laura Schmitt, Sander Hartkamp und Selina Bast als Wahlvorstand fungierten. Dafür gab's Unterrichtsbefreiung, aber "leider nur bis zur sechsten Stunde".

Bis auf das Wählen am PC lief dabei übrigens alles ab, wie es jeder aus seinem Wahllokal kennt. "Alle Schüler haben eine Wahlbenachrichtigungen erhalten und müssen vor der elektronischen Stimmabgabe im Wählerverzeichnis verzeichnet sein.

Erst dann gibt es den Zugangscode, den Wahlschlüssel, auf einer Karte", sagt Schaaffhausen, der bereits zum vierten Mal die Fäden für eine Juniorwahl in den Händen hielt.

Die Ergebnisse dürfen aber erst nach der Schließung der echten Wahllokale am 25. Mai veröffentlicht werden. Manuel Opfer: "Wir stellen die dann montags auf die Homepage des Gymnasium und hängen sie am Schwarzen Brett aus."

Gibt es Trends? Bei der Juniorwahl zur Bundestagswahl im vergangenen Herbst lag die CDU bei den Zweitstimmen mit 36 Prozent auf dem ersten Platz. Die Grünen holten 22 Prozent, die SPD 15 Prozent, die Piraten neun Prozent und die Liberalen sechs Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 77 Prozent.

Zurück zum Wahltag. Im Foyer der Schule wurde der offizielle Info-Film angeboten, wie Online-Wahl funktioniert. Da tendierte das Interesse in Richtung Null, "denn", so Schaaffhausen, "in dem Bereich sind die Schüler fitter als die, die sich solche Filme ausdenken".

Das Ziel der Juniorwahl sieht er jedoch als erreicht an: "So werden die politischen Stimmungsbilder auch derjenigen erfasst, die das Wahlalter noch nicht erreicht haben." Und eines wurde laut Schaffhausen schon im Unterricht klar: "Da vor allem die großen politischen Parteien wenig programmatische Unterschiede erkennen lassen, beobachteten die Schüler viel stärker die politischen Ziele der kleineren Parteien." (Günther Schmitt)