Ausstellung in Ahrweiler Pfarrkirche

Sankt Laurentius will Gesicht zeigen gegen Rassismus

AHRWEILER. Der Pfarrgemeinderat von Sankt Laurentius Ahrweiler möchte in der Fastenzeit das Thema Rassismus verstärkt in den Blick nehmen. An der Wanderausstellung des Bistums Trier können noch Schüler der Stadt teilnehmen.

Sechs verschieden aussehende Figuren halten sich auf dem Logo an der Hand, und noch viel mehr „echte“ Einzelpersonen zeigen auf Fotos ihr Gesicht gegen eine Kategorisierung und Beurteilung von Menschen anhand ihrer äußeren Merkmale. Wer derzeit die Ahrweiler Laurentiuskirche betritt, wird kaum die Leinwände übersehen, die ihn schon an den Säulen am Eingang empfangen. Überall darauf zu lesen ist der Slogan „Wir gegen Rassismus“ der gleichnamigen Jugendaktion im Bistum Trier.

Die dazugehörige Ausstellung in der Ahrweiler Pfarrkirche stellt Menschen vor, die sich mit ihrem Foto und einer Aussage dazu äußern, warum sie gegen Rassismus sind. Es sind Prominente und „Normalos“, Politiker, Sportler, Jugendpfarrer, in der Kirche engagierte Erwachsene und vor allem auch junge Leute. „Ich bin gegen Rassismus, weil ein zufällig geografisch begünstigter Geburtstort keine Leistung ist“, erklärt etwa Ramón.

„Ich bin gegen Rassismus, weil es für mich etwas ganz Besonderes ist, Freunde auf den unterschiedlichen Teilen der Welt zu haben und deren Länder, Kulturen und Leben kennen und schätzen zu lernen“, sagt Chris. Und Julia ist für Vielfalt – „nicht nur beim Essen“. Ausführlicher äußert sich Charlotte Knobloch, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Ich bin gegen Rassismus, weil ich weiß, wie sich Ausgrenzung anfühlt. Wir haben uns als wehrhafte Demokraten versprochen, uns gegen die Anfänge von Stigmatisierung und Verachtung zu wehren. Rassismus, Antisemitismus, Menschenverachtung egal welcher Couleur zerstören das freiheitliche, friedliche und respektvolle Miteinander in unserem Land.“

Unter den gut 200 Personen, die sich für die Ausstellung ablichten und zitieren ließen, sind auch Ex-Nationalspieler Cacau, die Kölner Band Cat Ballou, die Trierer Band „Tintagel Heads“ und der Trierer Bischof Stefan Ackermann. Noch ist kein heimisches Gesicht dabei, aber auch solche Beiträge sind noch willkommen.

„Wir haben die Schulen im Stadtgebiet angeschrieben und eingeladen, sich mit den Schülern dem Thema zu widmen. Es gibt eine pädagogische Ideenmappe für die Arbeit mit Jugendlichen, welche ich auf Anfrage an die Schulen und Gruppenleiter weiterleite“, erklärt Ellen Maur, Projektleiterin am Ort und Pfarrgemeinderatsmitglied.

Rassismus auch Thema bei "Nightfever"-Aktion

Der Pfarrgemeinderat von Sankt Laurentius möchte in der Fastenzeit das Thema Rassismus verstärkt in den Blick nehmen. Es soll in Jugendgruppen und bei Firmlingsbewerbern, in den Fastengottesdiensten und auch bei der „Nightfever“-Aktion am Freitag, 29. März, vorkommen.

Eingebunden sind auch die vier schwarzen der insgesamt 1125 Sterne, die den viel beachteten „Sternenhimmel“ in der Ahrweiler Pfarrkirche gebildet haben. Sie stehen symbolisch für „die ganz schwarzen Jahre“ in der Geschichte Ahrweilers, wie etwa das Jahr 1840 mit der Deportation der jüdischen Mitbürger, erläutert Maur: „Sie mahnen gegen das Vergessen, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und stehen für ein gutes Miteinander aller Menschen.“

Die Wanderausstellung „Wir gegen Rassismus“ ist entstanden als Reaktion auf wachsende nationalistische und rassistische Tendenzen. Jugendliche wollten damit einen Kontrapunkt für eine bunte und barmherzige Gesellschaft setzen.

Die Aktion im Bistum Trier wurde vor der Bundestagswahl 2017 von den katholischen Dekanaten Rhein-Wied-Koblenz und Maifeld-Untermosel gemeinsam mit dem „Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Trier“ (BDKJ) und der Fachstelle für Jugendpastoral Koblenz initiiert.

Noch bis einschließlich Dienstag,16. April, sind die Exponate in Sankt Laurentius Ahrweiler außerhalb der Gottesdienstzeiten frei zugänglich. Und auch für die, die schon da waren, lohnt das Wiederkommen, denn aus Platzgründen sind immer nur maximal zehn der insgesamt 22 Leinwände mit Fotos und Statements ausgestellt und werden im Laufe der Ausstellungsdauer ausgetauscht. Anfragen von Schulen sind zu richten per E-Mail an Ellen Maur: glasmalermaur@t-online.de.