Ahrweiler

Römervilla zeigt erstmals Exponate aus Militärlager

Anita Saal führt als Kaiserin Agrippina Besucher durch die Römervilla.

AHRWEILER. An der Bunten Kuh in Walporzheim müssen vor 2000 Jahren römische Legionäre gelebt haben. Mit dieser kleinen Sensation wartete am Montagabend Hubertus Ritzdorf bei der Versammlung des Zweckverbandes für das Museum Römervilla in Ahrweiler auf.

"In den vergangenen Jahren fanden dort im Stillen archäologische Untersuchungen von ehrenamtlichen Helfern der Landesarchäologie Koblenz in Zusammenarbeit mit der Römervilla statt", sagte Ritzdorf. Und: "Dabei sind zahlreiche Funde aus einer spätantiken Militärsiedlung geborgen worden." Zu den Fundstücken zählen laut Ritzdorf, der gestern Abend eine kleine Auswahl präsentierte, Hunderte von Münzen, Gürtelbeschläge, Schlüssel und auch der Torso einer Götterstatue.

Die Fundstücke, die im Umfeld der Bunten Kuh zutage gefördert wurden, sollen in der nächsten Saison der Römervilla erstmals öffentlich gezeigt werden. Neben dem neu entdeckten Militärlager will das Museum in seiner Sonderausstellung 2014 aber auch Legenden und Besonderheiten präsentieren, die die Bunte Kuh zu einem touristischen Markenzeichen des Ahrtal gemacht haben.

Die Teilnehmer der Zweckverbandsversammlung, zu der Bürgermeister Guido Orthen neben seinem Stellvertreter, Landrat Jürgen Pföhler, auch ein Dutzend ehrenamtliche Helfer der Römervilla begrüßte, zogen Bilanz einer durchaus erfolgreichen Saison. Orthen: "Trotz eines wetterbedingten leichten Rückganges der Besucherzahlen auf rund 22.000 war das Museum finanziell erfolgreicher als prognostiziert." An Eintrittsgeldern wurden 123 350 Euro verbucht.

Ritzdorf: "Es wurden mehr Gästeführungen gebucht und auch der Museumsshop setzte mehr um, als im Jahr zuvor. So werden die Kosten des laufenden Betriebs zu mehr als zwei Dritteln aus den Eintrittgeldern und sonstigen Betriebseinnahmen gedeckt." Das sei ein vergleichsweise sehr hoher Anteil für ein Museum dieser Größenordnung. Auf dieser Basis wurde auch der Haushalt für 2014 beschlossen. Dieser umfasst im Ergebnisetat 234 040 Euro und im Finanzhaushalt 183.100 Euro.

Die wahre Geschichte

Ist von der Römervilla in Ahrweiler die Rede, wird immer wieder gerne berichtet, dass das römische Landhaus im Jahr 1980 bei den Bauarbeiten für die Ahrweiler Umgehungsstraße rein zufällig entdeckt wurde. Dem ist nicht so. Denn ihre Lage war schon vorher bekannt. So schreibt bereits 1965 der Heimatforscher Jakob Rausch in seinem "Heimatbuch der Stadt Ahrweiler": "Auch wissen wir, dass am Fuße des Silberbergs nördlich des Bahndammes Reste einer römischen Villa zu finden sind."