Auszeichnung in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Premiere für den Ehrenamtspreis

Kreisstadt. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler würdigt die Verdienste von engagierten Bürgern beim ersten Stadtteileabend.

Es gibt nicht viele Anlässe, zu denen Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen seine Amtskette anlegt. Der erste Stadtteileabend im großen Sitzungssaal des Rathauses am Mittwoch war ein solcher. Denn die Stadt wollte Dank sagen. Danke den Stadt- und Ortsbeiräten, den Ortsvorstehern und zwölf Ehrenamtlern von Ramersbach bis Kirchdaun. Und so gab es zwölf Personen aus zehn Ortsbezirken und 13 Stadtteilen, die neben dem ersten Stadtteileabend eine weitere Premiere erlebten. Sie wurden mit dem ersten Ehrenamtspreis der Kreisstadt, einer Glasmalerei aus der Werkstatt von Jürgen Maur, ausgezeichnet. Der Preis sei „Ausdruck der Anerkennung“ vor allem auch der Arbeit, die „häufig im Verborgenen stattfindet“ oder „von der Öffentlichkeit nur unzureichend wahrgenommen wird“, erklärte Orthen. Hier ein Blick auf die Preisträger und die Laudationes.

Hans-Georg Klein aus Ahrweiler gilt als Personifizierung der Geschichte Ahrweilers und hat deren Erforschung zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Aus Archiven trägt er akribisch sämtliche Informationen zusammen und fügt sie zu einem Gesamtbild zusammen. Klein hat sich große Verdienste für den Erhalt des Brauchtums erworben, ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, die als Grundlagenforschung im Rahmen der vergleichenden Städtegeschichte angesehen werden. Klein gehört in Ahrweiler zahlreichen Vereinen und Gesellschaften an, seine besondere Liebe gilt jedoch den Bürgerschützen, deren König er auch war, und der Aloisius-Jugend, die er über Jahrzehnte hinweg leitete.

Franz-Rudolf Küls aus Bachem ist vom Ortsbeirat und von zahlreichen Bürgern für den Ehrenamtspreis als Auszeichnung für sein Lebenswerk vorgeschlagen worden. Seit mehr als 40 Jahren ist er Mitglied der Bachemer Bürgergemeinschaft. Er pflegt die städtischen Reben in seinem Heimatort und ist Mitglied der Backgruppe im Bachemer Backes. Der Anna-Kapelle gilt sein besonderes Augenmerk. Seit Jahrzehnten pflegt er die Außenanlagen und übernimmt seit jeher den täglichen Schließdienst des kleinen Gotteshauses.

Horst Felten aus Bad Neuenahr gilt als Ideengeber des Heilbades. Die Figuren „Hendrech on Jösef“ auf dem Alter Markt, der Brunnen „Goldener Pflug“ auf dem Wadenheimer Platz, die historischen Straßenschilder oder die Turmkerze auf dem Neuenahrer Berg sind nur einige der stadtbildprägenden Ideen der Gründungsvorsitzenden der Bürgergesellschaft Wadenheim, deren Ehrenschultes er heute ist. Felten war 1984 Mitbegründer der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Neuenahrer Schinnebröder, ist Träger der Goldplakette der Rheinischen Karnevalistischen Korporationen (RKK).

Ernst Füllmann aus Ehlingen hat 1967 mit dem Tischtennisverein TTV Ehlingen einen der heute mitglieder- und mannschaftsstärksten Vereine im Tischtennisverband Rheinland mitbegründet und ihn über Jahrzehnte geleitet. Sein Name ist eng verbunden mit dem Erhalt des Ehlinger Backes und der Schaffung des Dorfgemeinschaftshauses. Der Kommunalpolitiker und Ehrensitzungspräsident der Närrischen Landskroner gilt als „Motor eines jung gebliebenen und höchst aktiven Stadtteils“.

Werner Nelles aus Gimmigen ist über die Musik zum Brückenbauer zwischen Jung und Alt geworden. Er ist der Initiator der J(ugend) & S(enioren)-Band Gimmigen. Die Idee dahinter: Jugendliche und Senioren gemeinsam zum Musizieren zusammenzubringen. Die J&S-Band hat unter seiner Leitung bei vielen Gimmiger Festen den musikalischen Rahmen gegeben und den Besuchern aus nah und fern viele schöne gemeinsame Stunden und somit Erinnerungen beschert.

Georg Bußer aus Heimersheim gilt in seinem Heimatort als Vorbild für Hilfsbereitschaft. Er steht stets an vorderster Front, wenn es anzupacken gilt. Sei es beim Bau der Heimersheimer Hütte vor über 30 Jahren, beim Bau der Landskroner Festhalle oder bei der Renovierung des Pfarrsaals, „Schorsch“, wie Freunde ihn nennen, war überall dabei. Neben diesem Engagement gehört er seit fast fünf Jahrzehnten dem MGV Cäcilia an und unterstützt als fleißiger Helfer das jährliche Weinfest.

Robert Bitzen aus Heppingen hat sich als langjähriger Ortsvorsteher in der Kreisstadt einen Namen gemacht. Auf sein Konto gehen die Hainbuchen, die aus der Landskroner Straße eine Allee gemacht haben. Bitzen steht der Gemeinschaft der Ortsvereine Heppingen vor, wozu auch die Verwaltung des Bürgerhauses gehört. Außerdem ist er Vorsitzender des Fördervereins „Maria Hilf Kapelle Landskron“, Sänger im Mandolinen- und Quartettverein Heppingen und auch Mitglied im TV 08 Heppingen.

Apollinar Linden aus Kirchdaun blickt auf ein fast 70-jähriges, breit gefächertes Engagement für das Allgemeinwohl zurück. Er war der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Kirchdaun und nach der Kommunalreform erster Ortsvorsteher des neuen Stadtteils. Engagiert hat er sich im Junggesellenverein Kirchdaun, in der Feuerwehr, war Mitglied im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde Sankt Lambertus und deren Rendant. Aktuell ist Linden Vize von „Alt Kirchdaun“ und Jagdhornbläser bei der Kreisjägerschaft.

Konrad Gasper nahm den Ehrenamtspreis für Lohrsdorf und Green entgegen. Vor allem als Vorsitzender des Heimat- und Fördervereins Lohrsdorf/Green und Herausgeber der heimatkundlichen Publikation „Schellemann“ setzte er sich seit vielen Jahren für die Aufarbeitung der Ortshistorie und den Erhalt der Traditionen ein. Er ist Initiator der Info-Säulen in den beiden Stadtteilen, und unter seiner Regie fanden regelmäßig Ausstellungen in der Lohrsdorfer Kapelle statt.

Hannelore Schüle und Ursula Schlesinger aus Ramersbach sind ebenfalls Preisträgerinnen. Der Höhenort weiß um ihre Frauen-Power. So unterstützt das Duo seit 37 Jahren die Sportwochen des SV 80 Ramersbach und alle weiteren Veranstaltungen einschließlich der Bürgergesellschaft durch Hand- und Spanndienste. Vor elf Jahren initiierten sie den monatlichen Bürgerkaffee der Bürgergesellschaft, der sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Damit nicht genug: Die beiden aktiven Frauen unterstützen auch im Rahmen der Kinder- und Familienbetreuung Flüchtlingsfamilien, dies unter anderem in Form von Fahrdiensten.

Edgar Flohe erhält den Preis für Walporzheim und Marienthal. Er hat sein Leben den Vereinen und der Brauchtumspflege verschrieben. Ob Sportverein Walporzheim, Gesangverein „Lyra“, die „Rüstige Rentnertruppe“ oder die Ahrweiler Bürgerschützen, deren König er auch war, er macht keine halben Sachen. Wie sehr ihm seine Heimat am Herzen liegt, zeigt auch seine private Spende in Form der Renovierung von Böden und Bänken sowie der Neugestaltung des Altars der Josef-Kapelle. Flohe ist es, der auch heute noch den SV Walporzheim mitgestaltet.