Amtsinhaber will zum dritten Mal Landrat werden

Pföhler setzt auf Sozialpolitik

Jürgen Pföhler stellt sich zur Wiederwahl.

Jürgen Pföhler stellt sich zur Wiederwahl.

KREIS AHRWEILER. Ein Landrat ist ein Dienstleister. Das meinen nicht nur Socke und Lütze. Für sein Katzengespann ist Jürgen Pföhler Tür- und Dosenöffner in einer Person. Wobei Kater Socke der einzige rote Bewohner im Hause Pföhler ist. Politisch ist dort schwarz angesagt.

Denn der Mann, der seit 15 Jahren Chef im Ahrweiler Kreishaus ist und es nach der Landratswahl am 10. Mai auch bleiben will, ist Kandidat der CDU. Auch wenn das Bolonka-Hündin Suse beim morgendlichen Gassigehen ziemlich egal ist. "Kraft tanken für den Tag", nennt der 56-jährige promovierte Jurist und Familienvater dieses Ritual. "Kraft tanken auch dafür", damit es "mit dem Kreis Ahrweiler weitergeht".

"Weiter Kreis Ahrweiler" hat der Bewerber denn auch seine Wahlkampagne überschrieben. So will Pföhler auch in Zukunft mit seiner "ganzen Erfahrung und Tatkraft daran arbeiten, dass die Menschen gerne hier leben und wir wirtschaftlich, sozial und ökologisch an der Spitze stehen". Denn der Kreis gehöre zu den "starken Regionen mit hoher Lebensqualität". "In vielen Bereichen sind wir Vorreiter, beispielsweise mit unserem Schulbauprogramm oder unserer Ehrenamts- und Vereinsförderung", verweist Pföhler auf Erreichtes. Sorgen bereiten ihm hingegen die seit Jahren steigenden Fallzahlen im Sozialbereich: "Dahinter stehen auch schwierige menschliche Schicksale."

Auf sechs Kernpunkte strafft der Katholik mit Wurzeln in und Ehefrau aus der Eifel sein Programm: "Für unsere Heimat. Für alle Generationen. Für unseren Mittelstand und sichere Arbeitsplätze. Für Vereine und das Ehrenamt. Für gute Verkehrsverbindungen und schnelles Internet. Für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz."

An erster Stelle steht für Pföhler, das "Wir-Gefühl" im Kreis Ahrweiler weiter zu stärken: "Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, die Menschen, die Städte und Gemeinden und den Kreis weiter zusammenzuführen, denn gemeinsam sind wir stark." Dies besonders beim Thema demografischer Wandel. Politik müsse vorausschauend und langfristig angelegt sein. Seit seinem Amtsantritt 2000 seien 180 Millionen Euro in die Schulen des Kreises investiert worden, die Zahl der Ganztagsplätze in Kitas auf 1750 erhöht und mehr als 1000 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren errichtet worden.

Für die Generation 60 plus gelte es Mobilität, Barrierefreiheit, eine seniorengerechte Infrastruktur und eine wohnortnahe Ärzteversorgung sicherzustellen. Als Verdienst der mittelständischen Betriebe im Kreis sieht Pföhler die seit Jahren im Bundes- und Landesvergleich niedrige Arbeitslosenquote im AW-Land an. Und: "Wirtschaftsförderung bedeutet für mich, Dienstleister zu sein. Wir müssen alles tun, um unsere kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen." Letztlich sei auch der Einsatz für Vereine und das Ehrenamt Wirtschaftsförderung. Fast 5000 Maßnahmen und Projekte habe der Kreis in den vergangenen 15 Jahren gefördert und so auch Investitionen angeschoben.

Anschieben will Pföhler aber auch die Verkehrsinfrastruktur. Da gehe es um den Lückenschluss der Eifelautobahn A1, die Ortsumgehung Lohrsdorf und den Bau von weiteren Radwegen. Wichtig für ihn: "Der Schienenverkehr an Rhein und Ahr muss verbessert werden, neue Haltepunkte an der Ahr und durchgängiger Lärmschutz am Rhein müssen her." Und: "Es kann nicht sein, dass Züge zu spät kommen, ausfallen oder nur durch Kletterpartien erreichbar sind." Freie Bahn brauche aber auch das schnelle Internet. Aktuell liefen Vorbereitungen 42 Dörfer in den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr mit Glasfaser-Internet zu versorgen.

Nicht per Verordnung, sondern im gemeinsamen Engagement mit den Bürgern sieht Pföhler gute Chancen für Natur, Umwelt und Energie. Es sei noch ein weiter Weg, aber der Kreis arbeite daran, eine "100 Prozent Erneuerbare-Energie-Region" zu werden. "Denn beim Energiesparen, dem Nutzen von alternativen Heizformen und der Produktion von regenerativen Energien haben wir bereits gute Fortschritte gemacht", ist Pföhler zuversichtlich.

Zur Person

Jürgen Pföhler, 56, wohnt mit Ehefrau und Sohn in Ahrweiler. Der Jurist hat über die Strafprozessordnung und Rechtsgeschichte promoviert. Im Jahr 2000 wurde er als erster Landrat des Kreises Ahrweiler urgewählt. Pföhler ist Kandidat der CDU. Am 3. Juni 2007 hatte er sich erfolgreich der Wiederwahl gestellt. Vor seiner Zeit als Landrat des Kreises Ahrweiler war er in mehreren Funktionen im Bundesverkehrsministerium tätig.