Kommentar zur Nominierung von Guido Orthen

Orthens Handschrift

Gratulation: CDU-Bürgermeisterkandidat Guido Orthen (links) mit dem CDU-Kreisvorsitzender Horst Gies.

Gratulation: CDU-Bürgermeisterkandidat Guido Orthen (links) mit dem CDU-Kreisvorsitzender Horst Gies.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der CDU-Stadtverband von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat Guido Orthen mit überwältigender Mehrheit erneut zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Auf ihn entfielen 51 Ja-Stimmen. Zwei Mitglieder votierten mit Nein, es gab eine Enthaltung.

Es war ein eindrucksvolles Votum der Christdemokraten nach einer ebenso eindrucksvollen Rede: Guido Orthen soll nach dem Willen der CDU Bürgermeister der Kreisstadt bleiben. Das ist keine Überraschung. Der 51-jährige Jurist gilt als alternativlos. Zu recht. Denn Orthen hat in schwieriger Zeit mit außergewöhnlichem Fleiß gute Arbeit geleistet.

Auch wenn man nicht zwingend mit all seinen Positionen und Handlungen einverstanden sein muss: Orthen hat die Stadt in ein äußerst solides Fahrwasser gebracht und steuert sie in eine spannende Zukunft. Die Landesgartenschau als Motor und nachhaltiger Impulsgeber ist ein solches, die Stadt positiv veränderndes Projekt, das Orthens Handschrift trägt.

Ob Wohnungsbau, Kita-Plätze, Seniorenarbeit, Generationengerechtigkeit: Guido Orthen will eine soziale Stadt, was ihm auch kritische Begleiter abnehmen und bescheinigen. Orthen ist ein christlich geprägter, sozialer Mensch, der auch Menschen im Blickfeld hat, denen es nicht so gut geht.

Als es jedoch um die Übernahme der Ahr-Therme oder um den Niedergang der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, als es um die Gründung der Heilbad GmbH ging, trat er hingegen als emotionsgeladener Hardliner auf, dessen Position nicht immer für alle nachvollziehbar war. In der Rückschau kommt man indes durchaus zu dem Ergebnis, dass die von ihm eingeschlagene Gangart aus städtischer Sicht nicht schädlich war.

Seit 2012 sind die Haushalte der Stadt ausgeglichen. Das kann sich Orthen ebenfalls auf die Fahnen schreiben. Allerdings sind seither die Verbindlichkeiten der Stadt auch dramatisch gestiegen. Vielleicht kann man irgendwann von „rentierlichen“ Schulden sprechen. Die Zukunft wird es zeigen.

Dass die anderen Parteien in Bad Neuenahr-Ahrweiler bislang keine Anstalten gemacht haben, einen Gegenkandidaten zu benennen, darf Orthen als Beleg für über Parteigrenzen hinaus reichende Wertschätzung werten.

Obwohl die in den städtischen Gremien verblüffende Eintracht und Harmonie und so gut wie nie vorhandene Opposition beim Betrachter eher ein gewisses Unwohlsein hervorrufen könnten, ist auch diese Form der kommunalpolitischen „Auseinandersetzung“ ein Verdienst des amtierenden Bürgermeisters, dem es zu gelingen scheint, unterschiedliche Strömungen zum Wohle einer Stadt kanalisieren zu können. Respekt.